Ein verlaengertes Wochenende in Paris

21.07.-24.07.2006 – ein Kurztrip in die Stadt der Liebe
(und der eigenartigen “Käfer”… =:) )

Für Frischverliebte ist die schöne Stadt an der Seine der Inbegriff der Romantik. Und das war eigentlich auch das, was wir im Sinn hatten. Doch es sollte alles anders kommen…
Wobei das Problem nicht nur unsere Fotosucht war, sondern primär die falsche Wahl des Quartiers. Das Hotel (soll man es wirklich als solches bezeichnen? :-? ) hieß “Hotel Printania” und war bei booking.de seinerzeit im Segment “gutes Preis-Leistungs-Verhältnis” anzutreffen. Und bei venere.com stand sogar “Das perfekte Hotel für einen Parisbesuch!”… autsch… :urgs:

Also wollen wir mal unseren “perfekten Aufenthalt” dort etwas näher unter die Lupe nehmen. ;)
Von Berlin Schönefeld ging es mit easyjet nach Paris Orly. Dort hat man uns empfohlen den Bus zur nächsten Metrostation zu nehmen. Und es ging sich alles gut aus, vor Mitternacht waren wir noch im Ho”rr”el…
Obwohl, die erste Nacht im Zimmer 401 war ja noch nicht mal so übel. Abgesehen davon, dass wir kein Auge zugebracht haben. Es war eine dieser tropischen Großstadtsommernächte. Da keine Klimaanlage vorhanden, hatten wir anfangs das Fenster ein wenig geöffnet. Der Ausblick? Direkt auf das 24 Std. Café am Verkehrsknotenpunkt und U-Bahn Station “Port de Montreuil“. Auch als wir beschlossen hatten, das Fenster doch zu schließen, wurde der Lärm nicht weniger…
Am nächsten Morgen hat man uns an der Rezeption ein anderes Zimmer versprochen, hinaus in den Hinterhof. Davon gab es allerdings auf jeder Etage nur zwei. Um 14 Uhr dürfen wir übersiedeln, hieß es.
Als wir um 14:45 Uhr dann im neuen Zimmer mit der #412 eintrafen und uns erschöpft kurz auf die Matratze gelegt haben, wunderte ich mich über die vielen “winzigen Käfer”, die sich da plötzlich zwischen Steffen und mir über das Leintuch bewegten. Es waren “Käfer” voller Blut… so schnell war ich noch nie aus dem Bett heraußen wie da!!! :urgs:
Was war das für ein Ungeziefer?!? :-S
Ein Blick unter das Leintuch… Ich hätte es lieber nicht tun sollen… Der Rand, dort wo die Matratze ihre Naht hat, war vollkommen schwarz, übersäht vor lauter kleinen Krabbeltieren. :urgs: :urgs: :urgs:
Mit dem blutbeschmierten Klopapier machte ich mich auf den Weg zum Concierge, wo auch Laurent Zeuge meines kleinen Aufstands wurde. Der Concierge konnte nicht anders als uns ein neues Zimmer zu geben.
Laurent kam auch sofort mit auf das verseuchte Zimmer und bestätigte meine schlimmsten Vermutungen: es sind Bettwanzen!!! So sahen die aus?!? Da bin ich soviel in der Welt herumgekommen und in einem Dritte Welt Land aufgewachsen, und wo mach ich erstmals Bekanntschaft mit diesen Tierchen?!
Mir läuft auch jetzt noch der Schauer über den Rücken nur bei dem Gedanken daran: “Was wenn wir das nicht gleich bemerkt hätten?”:urgs:
Und welch “Freude“, da lerne ich Laurent endlich kennen und das ausgerechnet in dem Moment, wo ich dem Concierge das blutverschmierte Klopapier unter die Nase gehalten habe… :(
Zimmer 512 war dann wenigstens nur noch abgewohnt, dreckig und verschimmelt, was ist das schon im Vergleich zu ein paar zusätzlichen Zimmerbewohnern!? B-)
Meine Sorgen war ich allerdings noch nicht los: Hoffentlich hatten sich keine Blutsauger in unsere Taschen verirrt!!! So etwas passiert ja auch nur allzu leicht… Aber diesbzgl. hatten wir Glück! uff!
Seit unserem Parisaufenthalt ist Tripadvisor jedenfalls um eine Ho”rr”elkritik reicher… :urgs:

Etwas das man als Ausländer nicht wissen kann: Laurent meinte zu uns, dass die schlimmsten und dreckigsten Hotels von Paris sich im Osten der Stadt befinden. Wenn es sich nur irgendwie umgehen lässt, sollte man preiswertere Unterkünfte dort generell meiden.

Wenn man mal von den schlaflosen Nächten und grauslichen Blutsaugern absieht, war der Aufenthalt in Paris schön. Es war Steffens erster Parisbesuch und bei mir der sechste. Und trotzdem gab es wieder viel Neues zu entdecken. Was wir alles unternommen haben, das gibt es an den nächsten Tagen zu lesen, und ein paar unserer Fotos sind im Paris Portfolio online.

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