Westen der USA: Unterkünfte reservieren – wann, wie und wo?

If you're going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair. And to have a hotel room...! ;-)Langfristige Hotelreservierungen und ein fixer Reiseplan – noch vor 10 Jahren war dies kaum ein Thema bei Reisen in die USA. Die erste Nacht in Übersee war gebucht, ansonsten ließ man sich unbekümmert von Wind und Wetter treiben und am Ende des Tages hatte man dennoch immer ein festes und preisgünstiges Dach über dem Kopf. Im “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” schien auch die Auswahl an Unterkünften schier unerschöpflich – vielleicht mal abgesehen von einem Super Bowl Abend in Phoenix und einer Wochendkatastrophe in Las Vegas. Und selbst da fand man nach etwas Sucherei doch noch Ausweichmöglichkeiten, wenn auch nicht gerade die optimalsten.
Eine Ausnahme gab es damals aber schon: Wer in einer Nationalpark-Lodge übernachten wollte, der kam meist nicht umhin vorab zu reservieren. Und zu diesen alten “Hotspots” sind während in letzten Jahren leider etliche neue dazugekommen. Ein schleichender Prozess, bei dem sich langsam immer mehr abzeichnete, dass selbst in einem so großen Gebiet wie dem Westen der USA, die Betten doch mal knapp werden können.

Richtig erwischt hatte es uns erstmals im September 2012, als wir nichtsahnend an einem ganz normalen Dienstagabend (es gab keine Veranstaltungen oder whatsoever in der Stadt!) in jedem noch so billigen oder noch so teuren Hotel in Page mit einem “Sorry, NO VACANCY!” empfangen wurden. Es stellte sich heraus, dass die ganze Kleinstadt bis aufs letzte Bett restlos ausgebucht war. Kurz standen wir ratlos standen da, aber zum Glück hatten wir einen lieben Freund, der nur eine Stunde von Page entfernt wohnte und uns sofort eingeladen hat.

Das was allerdings früher doch eher die absolute Ausnahme war, ist mittlerweile zur Regel geworden. Und in manchen Orten im Westen der USA beschränkt sich die sogenannte “Hochsaison” schon lange nicht mehr auf die drei Sommermonate Juni, Juli und August. Dort sollte man sich am besten schon während der Reiseplanung nach einer (möglichst kostenfrei) stornierbaren Unterkunft umsehen. Daher möchte ich in der Folge mal genau jene Locations auflisten, bei denen es kritisch werden könnte und wo man sich lieber doch lange im Voraus um ein Quartier kümmern sollte. Es gibt u.a. Spezialfälle wie in der Nähe des Old Faithful Geysirs im Yellowstone, wo man 14-16 Monate im Voraus gerade mal rechtzeitig dran ist!
Wenn Ihr noch schlechte Erfahrungen an irgendwelchen anderen Orten hattet, freue ich mich über Feedback, das anderen Lesern weiterhelfen könnte (hier im Blog als Kommentar oder gern auch per E-Mail!).

Wo ist eine Hotel-Reservierung LANGE IM VORAUS nötig?

Wer in den USA in einer der Nationalpark Lodges unterkommen möchte, der muss in der Regel sehr lange im Voraus schon seine Reservierung tätigen - hier auf dem Foto die Lodge direkt am Grand Canyons North Rim.Das klassische Beispiel sind die eingangs schon erwähnten Nationalpark-Lodges. Über Jahrzehnte hat sich in den Parks so gut wie nichts verändert und auch die Zahl der Zimmer wurde kaum erhöht. Bei der steigenden Popularität (USA Nationalparks Besucherzahlen auf Rekordniveau) blieb das nicht ohne Konsequenzen. Einen freien Platz dort zu ergattern, war früher schon nicht leicht, mittlerweile sollte man aber möglichst schon (fast) ein Jahr im Voraus wissen, wo man gerne schlafen möchte. Dies betrifft in erster Linie die Unterkünfte in den beliebtesten Nationalparks, z.B. am Grand Canyon die Phantom Ranch, das El Tovar und die Bright Angel Lodge oder die hübsche, rustikale Zion Canyon NP Lodge.

Und auch da gibt es noch eine Ausnahme: In den Hotelkomplexen und Cabins in unmittelbarer Nähe des berühmten Geysirs Old Faithful im Yellowstone reicht es nicht eine Buchung 12 Monate im Voraus vorzunehmen. Die Unterkünfte dieses Nationalparks kann man bereits ab 1. Mai des Vorjahres unter www.yellowstonenationalparklodges.com reservieren. D.h., wer im historischen Old Faithful Inn nächtigen möchte, sollte sich auch tunlichst an diesem Stichtag um sein Zimmer bemühen. Vor allem die nicht gerade günstigen Premium und Superior Rooms sind dort erstaunlich rasch vergriffen. Und wer sich eine der relativ preiswerten Cabins mit/ohne Bad bei der Old Faithful Lodge sichern will, sollte dies am besten auch zu dem Zeitpunkt schon tun. Diese können an den Wunschtagen schneller weg sein, als man glaubt. Wir sprechen hier aus Erfahrung!

Besonders kritisch sind auch sämtliche Unterkünfte innerhalb des Glacier Nationalparks. Das Xanterra-Buchungssystem wird meist knapp 13 Monate im Voraus freigeschalten, d.h., am 1. Juli 2017 für den gesamten Juli 2018. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, hat das Nachsehen und muss sich außerhalb des Parks etwas suchen. Was schade wäre, vor allem angesichts des absolut fantastisch gelegenen Many Glacier Hotels oder der einigermaßen preisgünstigen Zimmer in den Motor Inns “Swiftcurrent” und “Rising Sun”. Auch die Lake McDonald Lodge + Cabins sind dann mitunter bereits am Stichtag für den darauffolgenden Sommer ausgebucht. Portale wie booking.com haben da nur wenige billigere Alternative parat und obendrein meist nur parkferne, die mit ordentlich Fahrerei verbunden sind.
Erwähnenswert sind auch die Motelzimmer und Cabins (beide teils mit Küche) in der Apgar Village innerhalb der Parkgrenzen, aber die sollte man sehr lange im Voraus bei “Glacier Inc.” buchen – in der Regel schon im Frühling des Vorjahres möglich!
Wer sich zu lange Zeit lässt, muss in der Umgebung vom Glacier tief in die Brieftasche greifen (DZ meist deutlich über $200) oder bei den kleineren unabhängigen Motels, die online nicht buchbar sind, telefonisch anfragen.

Auch wer direkt im Bryce Canyon Nationalpark schlafen möchten, z.B. in einer der hübschen Western Cabins in Rim-Nähe, sollte lieber rechtzeitig an die Buchung denken.Im Bryce Canyon wird der Buchungskalender ebenfalls nicht selten schon im Frühling für das gesamte Folgejahr freigeschaltet. Dort gibt es aber zum Glück mit dem Ruby Inn Komplex am Parkeingang und der nahegelegenen Ortschaft Tropic mehr als ausreichend gute andere Optionen, die nicht eine halbe Ewigkeit vorab gebucht werden müssen. Reservieren sollte man aber im Sommer auch für diesen Nationalpark auf jeden Fall, vor allem wenn man dabei noch einigermaßen günstig wegkommen möchte.

Der Yosemite Nationalpark (mitsamt weitläufigem Umfeld!) gehört ebenso zu jenen Plätzen, wo man sich unbedingt rechtzeitig um ein Quartier kümmern sollte. Vor allem die Zimmer im Majestic Yosemite Hotel (früher “Ahwahnee Lodge”) sind das ganze Sommerhalbjahr über extrem begehrt (NP-Buchungsseite).

Das bisher Geschriebene gilt vor allem den Sommer über, insbesondere im Juli/August, aber auch generell zwischen den zwei wichtigen US-Feiertagen Memorial Day (letztes Wochenende im Mai) und Labor Day (erstes Wochenende im September). Im Allgemeinen ist in diesem Zeitraum an Wochenenden in der Nähe der großen Sehenswürdigkeiten immer und überall recht viel los, daher für Fr+Sa lieber reservieren. Bedenken sollte man außerdem noch spezielle Großveranstaltungen, an denen nicht selten sämtliche Bettenkapazitäten (auch im Umfeld!) schnell erschöpft sind. Dazu zählen z.B.:
– die Gem, Mineral & Fossil Show in Tucson (Februar)
– die Balloon Fiesta in Albuquerque (Oktober)
– das Pendleton Round-Up in Oregon (September)

 

Wo und wann ist eine rechtzeitige Hotel-Reservierung noch sehr anzuraten?

In Las Vegas sollte man Wochenenden meiden und sich auch wochentags lieber sein Zimmer vorab sichern. Im Internet oder deutschen Katalogen gibt es viele Angebote, mit etwas Glück darunter auch die Zimmer des Bellagio Casino Hotels.Dass man in Las Vegas an Wochenenden um eine Reservierung nicht herumkommt, dürfte allgemein bekannt sein. Wobei man dort angesichts der gewaltigen Preisunterschiede von genau diesen zwei Tagen (Fr+Sa) nur abraten kann. Und selbst von So-Do sollte man nicht ohne Vorabreservierung hinfahren, man spart mit Internet-Specials meist doch ordentlich Geld und vor allem entfällt die dort wirklich unglaublich mühsame Suche.

Auch in anderen Städten, die eine Attraktion für sich darstellen, ist eine rechtzeitige Buchung sehr anzuraten, dazu zählt u.a. San Francisco (mit Ausweichmöglichkeiten nördlich der Golden Gate Bridge in Mill Valley oder Corte Madera… dorthin verschlägt es uns in letzter Zeit ganz gern). Wer sich in dieser Stadt mit dem Reservieren Zeit lässt, hat nur noch eine recht beschränkte Auswahl und muss dann wohl oder übel das nehmen, was noch übrig bleib. Und das ist meistens nicht gerade das beste und preiswerteste Zimmer…
Wer an Kaliforniens berühmtesten Küstenabschnitt, dem Big Sur, über Nacht bleiben möchten, wird auch ohne rechtzeitige Reservierung kaum eine Chance haben. Wir bevorzugen in der Gegend übrigens meistens die günstigeren Motels an der Munras Ave in Monterey, wo man auch etwas leichter unterkommt.

Es gibt auch eine ganze Reihe von Kleinstädten im Westen der USA, wo die Bettenkapazitäten regelmäßig an ihre Grenzen stoßen und wo es kaum Alternativen gibt.

Das betrifft in erster Linie den Zeitraum April-Oktober in:

  • Page/Arizona – keine Ausweichquartiere weit und breit, außer in Big Water und beim Paria Canyon (beides eher soso) oder im 75 mi entfernten Kanab (gute Quartiere aber ggf. auch ausgebucht); mehr zu Page dann noch weiter unten
  • Moab/Utah – ebenfalls nicht selten hoffnungslos voll; und wenn man den Arches NP besuchen möchte, liegen Green River oder Monticello nicht gerade um die Ecke

Nach Escalante oder Hanksville, beide im US-Bundestaat Utah, oder Lee Vining in Kalifornien würden wir persönlich auch nicht ohne Reservierung fahren wollen. Dasselbe gilt für die Mini-Ortschaft Forks beim Olympic Nationalpark. Und wenn Mitte/Ende September der Herbst Einzug hält und das goldene Laub der Espen in den Rocky Mountains Fotografen aus aller Welt anzieht, empfiehlt sich eine Reservierung in Montrose, Ouray, Aspen usw.

Während der Wintermonate recht heikel sind (auch das kann mancherorts im Südwesten der USA “Hauptsaison” sein):

  • das Death Valley, wenn man im Tal schlafen möchte (eine gute und kostensparende Alternative findet man im “Longstreet Inn Casino” direkt an der NV/CA-Grenze)
  • der Mini-Ort Borrego Springs zur Wildblumen-Blüte (zumal die Anzahl der Betten doch sehr beschränkt ist)
  • das mondäne Palm Springs mitsamt Umgebung

Sehr beliebt und gut gebucht ist auch das Hotel del Coronado bekannt aus dem Hollywood-Klassiker -Manche mögen es heiß- mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon und Tony Curtis.Last but not least gibt es auch noch eine Reihe berühmter Hotels, die ebenfalls eine Vorabbuchung erfordern. Zu ihnen zählen u.a. das:

  • The View Hotel mit Zimmer- bzw. Balkonblick auf das Momunent Valley (wer im Sommerhalbjahr in der Nähe vom berühmten Tal über Nacht bleiben möchte, MUSS dort reservieren oder eine Cabin gleich nebenan bzw. alternativ in Gouldings, Kayenta oder Mexican Hat)
  • Hotel del Coronado in San Diego (bekannt aus der Komödie “Manche mögen’s heiß” und entsprechend beliebt; siehe Foto rechts)

Woran man auch immer denken sollte, ist die ERSTE NACHT in der Ankunftscity. Die muss man eigentlich nicht nur zur Stressvermeidung nach dem langen Flug buchen, sondern auch wegen der Angabepflicht der ersten Adresse in den USA bei der Einreise.

 

Preisvergleich – WO kann man WAS am besten buchen?

Die Webseiten der wichtigsten Nationalpark Lodges habe ich oben schon verlinkt, man findet sie aber auch ganz schnell mit Google. Diese Unterkünfte kann man auch nur dort buchen oder über deutsche Veranstalter im Reisebüro, diese sind aber hier meist nicht günstiger.

Mittelklasse-Hotels können in den USA recht gut sein, hier ein Foto von unserem Frühstückstisch in einem Holiday Inn Express. Solche Häuser bucht man am besten direkt über die hoteleigene Webseite bzw. das Internetportal der Kette.Die Häuser der bekannten Ketten (Best Westen, Super 8 etc.) bucht man am besten über deren Internetportale, denn diese haben in der Regel eine “Best Rate” Garantie. Für den Fall, dass man exakt dieselbe Zimmerbuchung auf einer anderen Webseite zu einem günstigeren Preis findet, erhält man – je nach Kette – mitunter einen ordentlichen Nachlass (Marriott z.B. 25%) oder sogar eine Gratisübernachtung. Die Direktbuchung bietet außerdem noch einen weiteren Vorteil: Bei vorhandener Automobilclub-Mitgliedschaft kommt man in den Genuss des AAA-Rabatts (meist 10%). Der Code für den deutschen ADAC lautet »00383« oder nur »383«, für den ÖAMTC »00396« bzw. »396«. Preiswerter geht es meistens nicht!
Meistens, denn es gibt – wie fast überall – Ausnahmen: Mit Hotel-Coupons ist man oftmals noch günstiger unterwegs, aber nur wenige der in den Heften angeführten Angebote gelten bei Reservierung (sondern nur beim “Spontan-Check-in”).
Vielleicht noch als Tipp: Einige Kettenmotels werden auf den gängigen Buchungsportalen wie hotels.com oder booking.com sehr oft nicht aufgelistet, vor allem die Häuser der Low-Budget-Kette “Motel 6” bekommt man – trotz Verfügbarkeit – dort eher selten angeboten.

Resort Hotels in den USA findet man oftmals auf Buchungsportalen zu deutlich günstigeren Konditionen als bei Direktkontakt. Hier am Foto eines unserer Lieblingsplätzchen in der Wüstenoase Borrego Springs.Für unabhängige H/Motels empfiehlt sich der Blick auf www.trivago.com. Sehr übersichtlich werden einem dort alle freien Zimmer angezeigt und auf welchen Buchungsportal diese am günstigsten sind. Es kommt vor, dass dort Tarife angeboten werden, die deutlich unter denen bei Direktkontakt liegen. Wir haben zum Beispiel mal bei einem Resort in Borrego Springs an der Rezeption nachgefragt, wieso der Preis auf booking.com denn immer um vieles günstiger ist, als auf der hoteleigenen Webseite. Eine gute Erklärung ist man uns schuldig geblieben, “es sei einfach so”.
Vermeintlichen Vergünstigungen auf den Buchungsportalen (durchgestrichene Preise mit Hinweisen à la “heute -100%!;) ) sollte man dabei aber nicht allzu ernst nehmen, das ist oft reine Verkaufsmasche und ein ähnliches Angebot ist dann meistens auch auf der Hotel-Webseite zu finden.
Kommt man jedoch z.B. beim Buchungsportal booking.com zwischendurch mal in den Genuss eines “Genius”-Vielbucher-Rabatts (ging bei uns relativ schnell), ist der Tarif meist tatsächlich kaum mehr zu toppen. Aber wie immer gibt es auch hier Ausnahmen. Vergleichen lohnt! Und bei hotels.com gibt es sogar nach jeder 10. Übernachtung eine Bonusnacht.

Bei trivago.com sollte man allerdings auch aufpassen, denn in seit Monaten ausverkauften Urlaubsorten können in der Übersicht trotzdem zahlreiche “Lockangebote” von recht zweifelhaften Vermittlungsportalen auftauchen, die angeblich freie Kontingente bei FTI/Meier’s etc. gefunden haben, die allesamt nur “auf Anfrage” vermittelt werden. Aber bei diesen Reisebüros sind zu dem Zeitpunkt nicht selten schon lange sämtliche Zimmer ausgebucht und diese “Vermittlung” ist reine Kundenver——–. Wenn Expedia, booking.com oder hotels.com nichts mehr finden, ist oft etwas faul. Ganz extrem aufgefallen ist mir das z.B. im kanadischen Ort Jasper.

Und vielleicht noch ein paar Sätze zu den Einstufungen, die man online so auf diversesten Portalen findet (das gilt jetzt nicht nur für Buchungen in den USA): Wir sind bislang ganz gut gefahren mit den Empfehlungen bei booking.com. Alles über “8.0” ist meistens auch tatsächlich gut, über “9.0” sogar herausragend. Die Bewertungen verfallen dort nach nur 2 Jahren, sind also wirklich aktuell und spiegeln nicht etwa den Zustand vor 20 Jahren wider… Und was aber noch viel wichtiger ist: Dort dürfen nur jene Leute das Hotel einstufen, die tatsächlich dort übernachtet oder zumindest das Zimmer bezahlt haben. Dass so viel aussagekräftigere Bewertungen zustande kommen, als bei Portalen, wo jeder immer und überall seinen Senf dazu geben kann, bedarf sicher keiner weiteren Erläuterung. ;)
Vor allem der berühmte und vielgelobte Tripadvisor ist mancherorts mit “etwas Vorsicht zu genießen”… Bei Restaurants und dem ein oder anderen Hotel weichen unsere Meinungen ganz schön voneinander ab und nicht nur das: Wir haben schon mehrfach erlebt, wie dort manipuliert wird. So wurde uns z.B. in einem (nicht ganz so tollen…) Kettenmotel in der Nähe von San Francisco beim Check-out Discount-Coupons ausgehändigt, nach einer positiven Beurteilung bei Tripadvisor sollte es 15% Rabatt beim nächsten Besuch geben… So rutscht man auch in die “Top 3” bei dem Vergleichsportal, während es bei booking (eher miserable) “6,8” Punkte gibt.

Mit 65 m² größer als so manche kleinere Wohnung: die Suiten im The Venetian in Las Vegas.Apropos Großstädte… Auch in Las Vegas und Los Angeles (speziell in der Umgebung von Disneyland) lohnt sich ein Blick in die Kataloge der deutschen Reiseveranstalter. Wir haben hier z.B. schon mal das (supertolle) Kasinohotel Venetian zum Katalogpreis gebucht, weil dieser deutlich unter sämtlichen Online-Tarifen lag. Vor allem wenn sich ein Wochenende in Las Vegas nicht umgehen lässt, sollte man sich diese Option unbedingt anschauen! Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass die Preise auf den US-Internetseiten meistens Nettopreise für 2-4 Personen/Zimmer angezeigt werden und erst beim nächsten Buchungsschritt die Tax dazu addiert wird! Und bei Las Vegas sollte man auch an die Resort Fees und Parkplatzgebühren denken, die machen schnell mal $40 oder mehr aus (Nähere Infos).

Immer eine Alternative zu den oft hochpreisigen Hotelzimmern in den Großstädten sind private Zimmer oder Ferienwohnungen. Diese Angebote findet man am besten auf den Webportalen von airbnb, 9flats oder Wimdu etc. Und wer Zeit hat und kein spezielles Hotel bevorzugt, für den könnte bei Buchungen in Großstädten ggf. noch Priceline von Interesse sein. Dort kann man vorab seinen Preis nennen, wie viele Sterne das Hotel mindestens haben soll und in welchem Stadtviertel man gerne unterkommen würde. Mit etwas Glück (und Erfahrung!) macht man so ein Schnäppchen. Oder das Ansuchen wird abgelehnt und das Bieten fängt von vorne wieder an… Sicher nicht jedermanns Sache. Wir hatten bisher keine Lust uns damit zu beschäftigen. ;)

 

Gibt es auch Nachteile bei einer Vorabreservierung?

Bei einfacheren Motels schadet eine Inaugenscheinnahme vor Ort nicht. Wobei in dieser Ghost Town hat wahrscheinlich schon lange keiner mehr sein Haupt gebettet... ;-)Einer der großen Nachteile liegt, glaube ich, auf der Hand. Die unflexible Reiseroute! Im Südwesten der USA bleibt das meist ohne Konsequenzen, denn dort spielt einem das Wetter eher selten einen Streich. Anders sieht es aber diesbezüglich in den Rockies oder im Nordwesten der USA aus. Dort ist es schon ganz gut, wenn man seine Urlaubspläne etwas spontaner den Wettergegebenheiten anpassen kann. Daher sollte man generell bei allen Buchungen immer auf eine refundable rate achten, um im Fall einer Änderung/Stornierung Kosten zu vermeiden. In den USA sind zum Glück kostenlose Stornierungen bis zum Tag vorher eher die Regel als die Ausnahme, allen voran bei den Kettenhotels.

Man kann allerdings kurzfristig auch noch in den Genuss eines deutlich günstigeren Tarifs kommen, wenn man rechtzeitig die stornierbare Buchung in eine “nicht stornierbare” abändert. Bei Kettenhotels und booking.com ist das durchaus manchmal möglich, sofern die Unterkünfte nicht schon gut gebucht oder viel teurer geworden sind.

Ohne Reservierung entdeckt man unterwegs so manches lustige Hotel. Im Wigwam Motel an der Route 66 z.B. sind die Zimmer in einem Indianer-Teepee aus Betonwänden (mit Klimaanlage) untergebracht.Ein weiterer Nachteil, den man nicht verschweigen sollte: Wer vorbucht, dem entgeht – vor allem in der Nebensaison – die “best rate”, die man beim Check-in angeboten bekommt (manchmal auch nur wenn man explizit danach fragt), und kann auch die Coupons Guides nicht nutzen, mit denen man häufig noch um einiges günstiger als mit dem AAA-Rabatt unterkommt. Aber eine “best rate” und sämtliche Coupons werden unwirksam, sobald das Hotel gut ausgelastet ist. In der Hochsaison schon oft der Fall, sofern man sich nicht gerade irgendwo in der Pampa befindet… Und dann werden einem an der Rezeption allerlei Ausreden präsentiert, warum sie keine Coupons mehr annehmen können/dürfen/wollen. ;)

Fazit zum Thema “Vorbuchen”: Mit stornierbaren Quartieren gibt es kaum Nachteile. Und dass man abends garantiert ein (festes) Dach über den Kopf und keinerlei Fahrerei/Sucherei mehr hat, ist eher ein großer Vorteil. Man erspart sich so ev. auch jede Menge Sorgen/Ärger.

 

Spezialfall Page/Arizona…

Billiger wird selten etwas. Unterkünfte in den USA zählen auf jeden Fall nicht dazu. Aber jedes Jahr, wenn ich bei den Reiseführern die Tarife nach oben korrigieren muss, staune ich immer wieder wie unterschiedlich die Preiserhöhung mancherorts doch ausfallen kann… In den meisten Städten und bei den meisten Häusern hält sich das Ganze sehr in Grenzen, ebenso bei den Nationalpark-Unterkünften. Ein paar Dollar hier, ein paar Dollar da, in der Regel sind es selten mehr als 1-5%.

So sieht ein typisches Hotelzimmer in der besseren Mittelklasse in den USA aus mit zwei Queen Size Betten. Am 1. Oktober 2012 haben wir im Best Westen Plus at Lake Powell in Page noch $87 inkl. Tax gezahlt, heute kann man von solchen Preisen in Page nur noch träumen...Anders aber in Page/Arizona. Die Popularität dieses Ortes (wir waren ja auch immer absolut begeistert von den vielen Attraktionen im Umfeld!) ließ die Hotelpreise in astronomische Höhen schießen, so dass dort Preis/Leistung nun in keiner Relation mehr zueinander stehen. Noch vor 10 Jahren ist man zur Nebensaison z.B. im Quality Inn (Mittelklasse-Motel) in Page durchaus noch für $40-50 untergekommen und selbst 2012 haben wir Anfang Oktober im Best Westen Plus (gehobenere Mittelklasse) für unter $90 genächtigt. Aber die Zeiten sind längst vorbei. Nun muss man – allen voran im Hochsommer – schon froh sein, wenn man dort irgendein Bett für unter $250 findet…!

Es gibt im Westen der USA nicht viele Orte, die so dermaßen überteuert sind wie dieser. So will z.B. das (für wahr nicht tolle) Rodeway Inn im August $402 pro Nacht für ein DZ sehen. Und auch in deutschen Reisekatalogen werden teilweise solche Fantasietarife angeführt. Das Schlimme ist aber, dass zu der Zeit wohl so dermaßen viele Leute hinreisen möchten, dass die Hotelbesitzer wirklich verlangen können, was sie wollen und dennoch das allerschäbigste Zimmer zu einem exorbitanten Preis loswerden. Dafür komme ich schon in tollen Großstädten in einem Luxus-Hotel unter und (fast) jede Nationalpark-Unterkunft erscheint spottbillig dagegen… Oder Moab: die Ortschaft hat ebenfalls eine phantastische Landschaft zu bieten und ist extrem populär, trotzdem zahlt man dort die Hälfte oder noch weniger. Und im beliebten Jackson/WY beim Grand Teton NP oder in West Yellowstone, dem Tor zum gleichnamigen Nationalpark, langen die Hoteliers zwar auch zu, treiben es aber nicht ganz so wild.

Page haben wir früher mal richtig gern empfohlen, mittlerweile tue ich mir manchmal etwas schwer damit. Dank Kanab hat man aber eine Alternative, zumal ja da u.a. auch die allmorgendliche Wave Permits Verlosung stattfindet. Und das Preis-Leistungsverhältnis ist dort selbst um Juli/August (noch) einigermaßen fair.

Page ist als “Spitzenreiter der Unverschämtheiten” kaum mehr zu toppen. Oder vielleicht doch…?
Nun, es gibt noch verrücktere Tarife für nahezu null Gegenwert und zwar immer dann wenn ein ganz besonderes Event ansteht. Diesen Sommer ist das die totale Sonnenfinsternis. Sie macht im August 2017 im Nordwesten der USA nicht nur den Tag zur Nacht, sondern lässt offensichtlich auch unter den Hoteliers die finsteren Mächte walten… Und jene, die es verpasst hatten ihre Zimmertarife abartig zu erhöhen, haben dafür auch eine “elegante” Lösung gefunden: Einfach nachträglich ihre Gäste von booking.com wieder rauszuschmeißen…
Aber bei solchen Anlässen können sie sich so etwas leisten und die Tarife (für die Nacht vor der Sonnenfinsternis) waren größtenteils so skurril, da konnte ich einfach nicht widerstehen einen Screenshot zu machen:

Ein Bestseller...! ;-)

Nur wie kann man bloß so ein Zimmer buchen?!? Schläft man da nicht lieber im Auto oder gar nicht? Denn das Allerschlimmste hier ist nicht mal der Tarif an sich sondern vielmehr die Tatsache, dass diese vier vor vielen Monaten angepriesenen Zimmer bei diesem Rodeway Inn (mit “Bewertung 6,9″…) mittlerweile auch vergeben sind!

Zum Glück gibt es im Westen der USA aber auch noch das ganze Gegenteil, nämlich Orte an denen das Preis-/Leistungsverhältnis unglaublich ist und zwar “so gut, dass man es wirklich kaum glauben mag”. So z.B. in Laughlin südlich des aufgestauten Lake Mohave. Erst Anfang 2016 haben wir dort zu zweit in einer Suite mit zwei Doppelbetten und Blick auf den Colorado River für €20 genächtigt! Frühstück war bei diesem Preis nicht inbegriffen, aber ich denke, das ist da verschmerzbar. ;)

Auch in Las Vegas gibt es (wochentags) nach wie vor mit etwas Glück tolle Specials! Letztes Jahr z.B. haben wir im stripnahen “Tuscany” für gerade mal 50€ übernachtet, in einer großen Suite mit Fernsehsitzecke, Esszimmertisch und Küchenzeile. Natürlich nicht so luxuriös wie vergleichsweise im The Venetian, aber die kosten ja auch ein Vielfaches mehr. Und bei diesem Angebot waren dann noch allerlei Coupons und “free drinks” im hoteleigenen Kasino dabei. So bleibt kaum ein Wunsch offen. ;)

 

Wie halten wir das so mit dem Vorbuchen?

Allen, die noch keine Reservierung haben oder abends ihr Hotel suchen, helfen die sehr guten Ausschilderungen an den größeren Autobahnabfahrten.Unsere Art zu reisen hat sich in den letzten 15 Jahren auch etwas gewandelt. Während wir früher mitunter nächtelang im Auto geschlafen haben (und dabei immer zu faul waren ein Zelt aufzubauen), sind wir im Lauf der Zeit doch etwas bequemer geworden. Natürlich reizt – hier und da – nach wie vor eine Nacht unter Sternenhimmel in entlegener Natur, aber im Allgemeinen bevorzugen wir mittlerweile doch ein wenig mehr Komfort (Balkon mit Schaukelstuhl und Blick auf den Golfplatz im Death Valley oder Steak-Frühstück auf der Außenterrasse eines Resorts… ;) ). Und was gibt es Schöneres als früh morgens beim Blick aus dem Zimmerfenster schon ein erstes Fotomotiv zu haben oder wenn man nur die Tür seiner eigene Holzhütte aufmachen muss und es begrüßt einem gleich der Old Faithful Geysir mit einem seiner verlässlich pünktlichen Ausbrüche.

Und so kommt es, dass wir Nationalpark-Lodges, wie oben beschrieben, möglichst dann schon buchen, wenn unsere Reiseroute einigermaßen fest steht (oder sogar davor schon!). Für die Tage zwischen diesen fixen Übernachtungen reservieren wir in der Nebensaison (April/Mai und Oktober) meistens keine Quartiere und lassen uns einfach von Wind und Wetter treiben. Dann und vor allem im Winterhalbjahr machen wir auch regen Gebrauch von den oben bereits erwähnten Coupon-Guides.

Allerdings gibt es bei uns mittlerweile vermehrt auch “Spontanbuchungen”. D.h., in der Früh – wenn wir meistens doch schon wissen, wohin es gehen soll – nutzen wir vor dem Auschecken noch gern das free wifi der Unterkünfte um ein Quartier für den Abend zu sichern. Ein gewisses Maß an Flexibilität bleibt einem so noch erhalten und darauf möchten wir nicht verzichten. Einer der Gründe, warum wir drüben nahezu nie während der Hauptsaison unterwegs sind. Daher lautet unser abschließender und wichtigster Tipp:

Wenn sich nur irgendwie einrichten lässt, vermeidet den Hochsommer im Westen der USA. Er ist ohnehin nur für die allerwenigsten Plätze dort die beste Reisezeit. Mit Schulkindern oder wer in den Rockies wandern möchte, dem wird kaum eine andere Option bleiben, auch der Yellowstone Nationalpark ist wetterbedingt im Juli/August am schönsten (u.a. damit die Farbenpracht der geothermalen Pools nicht hinter Dampfschwaden verborgen bleibt). Der Tioga Pass (oft erst im Juni befahrbar und ab Oktober wieder gesperrt) im Yosemite kann ebenfalls ein heikler Eckpunkt einer Rundreise sein. Aber ansonsten zeigen sich weite Bereiche des Südwestens von ihrer schönsten Seite zur Nebensaison, im frühen Frühling wenn die Wüste blüht und noch angenehme Wandertemperaturen herrschen, oder im Herbst wenn der größte Trubel wieder vorbei ist und es trotzdem noch herrlich warm ist. An der Pazifikküste hat man im Frühjahr und im Herbst auch deutlich weniger mit Nebel zu kämpfen als im Juni/Juli/August. Das mal angesehen davon dass Südkalifornien ohnehin traumhaft schön im Winter ist! Wer im Dezember/Januar Sommerluft schnuppern und Blumen blühen sehen will, der ist in San Diego am richtigen Platz. Uns hat es zu der Zeit dort am allerbesten gefallen!
Im Prinzip hat jede Jahreszeit im Westen der USA so ihren Reiz, aber möglichst nichts langfristig vorbuchen zu müssen, macht alles irgendwie noch reizvoller! ;)