Island: Neue Kilometersteuer ab 1.1.2026
Heute tritt das neue Kilometergeld in Island in Kraft. Ab sofort zahlt dort jeder (Einheimische wie auch Touristen!) im Pkw/SUV bis 3,5 Tonnen 6,95 ISK pro gefahrenen Kilometer. Das sind derzeit €0,048/km. Im Gegenzug wurde allerdings Sprit signifikant billiger. D.h., anstatt 300 ISK, werden an der Zapfsäule jetzt nur noch ca. 200 ISK pro Liter fällig, also ca. €1,37/l.
Bisher wurde mit Hilfe der Energie- und Mineralölsteuer der Straßenbau und -erhalt im Land finanziert. Durch die starke Zunahme der Elektro- und Hybridfahrzeuge beteiligten sich nicht mehr alle gleichermaßen daran. Daher entschied sich die isländische Regierung für diese Änderungen.
Wird es für Touristen teurer?
Nicht zwangsweise, denn wie gesagt, die Kosten bleiben ähnlich hoch, werden nur anders verrechnet. Allerdings hängt das Ganze sehr von der Mietwagenfirma ab. Anbieter wie Europcar rechnen bei der Rückgabe die Kilometer exakt ab mit einem kleinen Service-Zuschlag (derzeit 6,95+1,86 ISK/km = €0,060/km). Ähnlich bei Hertz, dort ist die sog. administration fee nur um 0,10 ISK/km billiger.
Etliche andere Unternehmen bieten Touristen jedoch nur eine “Flat Rate” an, der meist 200 km/Tag zugrunde liegen. So wird man – je nach Route – schon ordentlich draufzahlen, vor allem wenn man sich nicht auf die klassische Ringstraßentour begibt, sondern viel im Hochland unterwegs ist.
Was kostet jetzt das Abfahren der Ringstraße?
Die Ringstraße, die 1x rund um die Insel führt, ist 1.500 km lang. Daraus ergibt sich eine zu entrichtende Kilometersteuer von 10.425 ISK (ca. €71) zuzüglich Service-Gebühren der Mietwagenfirma (bei Europcar z.B dann insgesamt €90, bei Hertz €89). Mit spritsparenden Pkws oder SUVs wird das Ganze minimal teurer, im Falle eines Dacia Dusters mit 7l/100 km wären das bei Europcar derzeit aber vernachlässigbare +18€ Differenz zur alten Abrechnungsmethode. Und bei einem Toyota Landcruiser mit 12l/100 km spart man nun sogar 33€.
Da wir Island-Reisenden ohnehin immer einen SUV empfehlen würden (im Sommer wegen des Hochlands, im Winter wegen der Spikes auf den Reifen), sind das eigentlich keine schlimmen Nachrichten. Ganz im Gegenteil, für Ausflüge ins Hochland zahlt man bei Anbietern ohne Flat Rate sogar etwas weniger. Und es ist eher selten, dass in Island mal etwas billiger wird. ;-)
