Spartipps für Island – Preisniveau und Reisekosten

Torfhaus und Postkarten-Idylle auf Island - weniger idyllisch das Preisniveau und die Reisekosten...Wir gehören auf gar keinen Fall zu jenen, die im Urlaub auf jeden ausgegebenen Cent achten. Aber Island zählt aus Verbrauchersicht zu den teuersten Ländern dieser Erde. 2018 lagen dort die Lebenshaltungskosten um ganze 56% über dem EU-Schnitt – als Vergleich: in Deutschland sind es gerade mal +4%! D.h., in Island kosten Lebensmittel und andere Konsumgüter rund die Hälfte mehr als hierzulande. Selbst in bekanntermaßen teuren Ländern wie der Schweiz oder Norwegen ist das Preisniveau nicht ganz so hoch. Ich beziehe mich hier auf die Auswertung von Eurostat im Juni 2019 (Link), denn unterschiedliche Quellen widersprechen sich da immer wieder mal gern.

Mit anderen Worten, das “Essen & Trinken” kann durchaus ein heikles Thema sein und den Kostenfaktor darf man bei einer 2-3-wöchigen Island-Reise nicht unterschätzen. Das soll trotz der grandiosen Natur so manch lieben Freund von uns sogar den gesamten Urlaub vermiest haben… Hm? ;)
Aber wenn man weiß, was einem dort erwartet, dann kann man sich darauf einstellen und ggf. entsprechend schon vorsorgen. Daher an dieser Stelle mal ein paar “Spartipps für Island”, aber nicht nur rund ums “Essen & Trinken”, sondern auch zum Thema “Automiete” sowie “Was man beim Übernachten so beachten sollte”.
Flüge sind ja meist vergleichsweise günstig zu bekommen (300-400€), sogar diesen Sommer als durch den zeitgleichen Wegfall von Wow Air und Germania vorübergehend etwas weniger Konkurrenz am isländischen Himmel unterwegs war. Ab Herbst 2019 soll Keflávik aber schon wieder Ziel mind. einer neuen (alten…) Billigfluglinie werden (Link).

Was gibt es denn heute wieder Leckeres?
In kleinen Cabins oder in den Gemeinschaftsküchen der meist einfacheren Quartiere kommen bei uns nicht selten Spaghettis auf den Teller.
Auch das kann man in Island kochen nennen. In den besseren Unterkünften gibt es oft einen Wasserkocher und der reicht für die (Genießer... ;-) )-Packerlsuppen.

Spartipps zum Thema “Essen & Trinken”:

Küchen/Gemeinschaftsküche
In vielen kleinen Holzhäusern (Cabins/Cottages) hat man eine eigene Küche und Guesthouses sowie Jugendherbergen verfügen meist über eine Gemeinschaftsküche. Selber zum Kochtopf greifen ist daher eine gute Alternative zu den meist sündteuren Restaurants. Nur als Beispiel: 30€ für einen halben Seesaibling (Arctic Char) mit Kartoffel sind normal in Island und wirklich satt wird man davon selten. Am Hafen in Höfn wollte man sogar 30€ für einen grünen Salat sehen, aber immerhin war das Mangodressing echt fein und es gab sogar etwas Brot dazu! ;)
Solche Schilder wie auf dem letzten Foto oben sieht man neuerdings auch ab und an in Hotelzimmern, weil – so hat man uns an der Rezeption erzählt – Asiaten gern mal mit ihren Kochplatten nach Island reisen und dann bekommt man den Gestank nicht mehr raus aus den Räumlichkeiten… Vielleicht auch ein Spartipp!? Wir beschränken uns aber auf den kleinen Keramikbehälter für Tee und Suppen. Besteck und eine Thermoskanne sind auch ganz nützlich.

Da die Gewässer auf der Insel sehr fischreich sind, fängt sich so manch Urlauber auch seine Mahlzeiten selber. In den Flüssen und Seen leben Lachse und Forellen erstaunlichen Ausmaßes und im Meer tummeln sich jede Menge Dorsche. Man sollte sich aber gut vorab informieren, wo was erlaubt ist, denn für Seen und Flüsse wird eine Bewilligung benötigt (-> Link). Mit der sog. Veiðikortið darf z.B. in über 30 Seen landesweit gefischt werden (2019 ca. 58€ -> Link)

Angeln ist ein beliebter Zeitvertreib in Island und die Forellen, die dort anbeißen sind z.T. riesig!
Auf der Insel wachsen allerlei Arten von Blaubeeren. Auch so kann man sich ernähren, empfohlene Reisezeit dann Ende August/Anfang September! ;-) ;-) ;-)
Wie bei uns schießen dann zu der Zeit auch in Island allerorten die Pilze aus dem Boden.

Proviant mitnehmen!
Da Iceland Air 23 kg im Koffer erlaubt, kann man durchaus von Zuhause einiges mitnehmen. Bei uns sind das meist abgepackte Brote, jede Menge Packerlsuppen (bei uns etwa 0,90€, dieselben Sorten in Island 2,70€), Kaffee, Tee und ein paar Süßigkeiten.

Ausgiebig frühstücken
Sich den Magen früh morgens ordentlich zu füllen, ist immer eine gute Idee, wenn das Frühstück inbegriffen ist. Extra dazugebucht ist es teuer (meist über 15€ pro Person)
Man darf eine Mischung aus mitteleuropäischem und British Breakfast erwarten – im einfachsten Fall nur Toastbrot mit Marmelade, Wurst und Käse, aber mancherorts ist es ein tolles Büffet mit frisch gebackenen Brötchen, Pancakes, Eierspeise, Würstchen, Oatmeal, Obst, Gemüse und eingelegtem Hering.

In besseren Unterkünften wie z.B. im Hotel Hallormsstadur südwestlich von Egilsstadir ist auch das Frühstück oft sehr gut.
Auch wenn wir normalerweise nicht so die Frühstückstypen sind, schlagen wir in Island morgens immer ordentlich zu. So spart man sich dann ev. den einen oder anderen Restaurant-Besuch...
Gemüse ist meist auch reichlich am Frühstücksbuffet zu haben. Regionale Tomaten und Gurken sind erstaunlich gut und knackig.

Sparen beim Einkaufen
Die Discountersupermärkte in Island heißen Bónus (der preiswerteste von allen) und Krónan. Bei Nétto, Saumkaup oder Kjarval zahlt man ein paar Cents mehr, bei Kjörbúðin sogar noch etwas mehr. Wer daher z.B. Myvatn (dort steht nur ein Kjörbúðin) im Nordosten Islands auf der Reiseagenda hat, der sollte am besten vorher noch in Egilsstaðir oder Akureyri Lebensmittel bunkern!
Isländische Tomaten und Gurken (Geothermalgewächshäuser gibt es ja reichlich!) sind übrigens erstaunlich gut, im Vergleich zu vielen in Deutschland angebotenen geschmacksfreien Sorten sogar exzellent! Hin und wieder holen wir uns auch Baguettes mit einem heißen Grillhendl – wird in manchen Supermärkten angeboten.

Vielleicht noch ein Tipp an dieser Stelle: Wer in Souvenirshops und anderen Läden viel ausgibt und dabei eine Rechnung mit mehr als 6.000 ISK erhält, kann sich die Mehrwertsteuer rückerstatten lassen (“vat refund” direkt auf die Kreditkarte). Dafür benötigt man aber noch ein spezielles Dokument (meist an der Kasse erhältlich), das später vor dem Rückflug am Flughafen abgeben werden muss. Alle Infos dazu unter diesem Link.

Skyr sollte man unbedingt mal probieren, eine isländische fettarme Topfen-Jogurt-Spezialität, die mit Vanille schmeckt uns am besten.
Baguettes schmecken meist auch im Supermarkt, Brot kauft man lieber in den Bäckereien. Und was das für eine Sorte ist, versteht sicher jeder deutschsprechender Tourist. ;-)
Beim Shopping in Island sollte man immer an die Formulare für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer denken. Manch einer kann ja vielleicht solch schickem 500-Euro-Fußschmuck nicht widerstehen...!? ;-))))

Alkohol…
Es empfiehlt sich außerdem, in Island den Alkoholkonsum etwas zu drosseln oder es den Einheimischen gleichzutun und nach der Landung im Duty Free Shop am Flughafen direkt neben der Gepäckausgabe einen Großeinkauf zu tätigen. Dort sind Bier, Wein und Hochprozentiges um VIELES billiger als in den landesweit gut verstreuten lizensierten Verkaufsstellen, zumal die Steuer entfällt. Diese richtet sich nach dem Alkoholgehalt, bei Wodka z.B. macht sie unglaubliche 84% des Verkaufspreises aus!
Eher nur schwer zu übersehen ist der riesige Papageitaucher, der Neuankömmlinge aus aller Welt bei der Gepäcksausgabe am Keflavik-Flughafen begrüßt und für den Duty Free Shop nebenan werben soll. Der Laden ist für alle, die auf einen guten Tropfen während des Island-Urlaubs nicht verzichten möchten, ein erstes sinnvolles Ziel!Der Unterschied zwischen Flughafen und diesen sog. Vínbúðins ist wirklich exorbitant: Im Schnitt 5€ und mehr bei einem Sixpack Bier, rund 5€ mehr bei Wein und beim Wodka sind es schnell plus 30-40€ (pro Flasche!). Für manch Urlauber lohnt es sich also, sich in der Zeit vor der Ankunft der Koffer etwas im Duty Free Shop umzusehen! Denn was 0,5 Liter Bier (ca. 2€ am Flughafen) abends in einem Restaurant kosten, kann man sich vielleicht schon vorstellen -> ab 8€ aufwärts! Und mitunter darf man das dann auch noch stilvoll aus der Dose genießen (das Trinkglas war bei uns mancherorts in dem Preis noch nicht inbegriffen… =:) ).
Unsere Favoriten im Duty Free Shop sind übrigens das isländische Bier “Viking Gylltur” (5,6% und sehr fein, wenn man es nicht zu herb mag!), die “Lov Limonadi” (süffiges Limetten-Wodka-Gemisch, 4,5%) und der dänische Likör “Anthon Berg” (in Island zum ersten Mal gekostet und seither immer wieder; wie Baileys mit leichtem Bittermandelgeschmack).
Wer unterwegs “nachtanken” muss: Einige der lizenzierten Verkaufsstellen haben recht eigenwillige Öffnungszeiten, mitunter nur von 14-16 Uhr o.Ä. …

So sieht unser Gepäckwagen am Flughafen kurz nach der Landung aus. Wir knapp für 2 Wochen... ;-)
 Hier haben wir uns durch die isländischen Biersorten durchgekostet. Das Gylltur ganz links haben wir am liebsten.
Anthon Berg - schmeckt gut und passt hervorragend zum isländischen Moos. ;-)

TIPP: Trinkwasser aus der Leitung ist kostenlos und meist reinstes Gletscherwasser. Nur an einigen Orten in Island schmeckt es etwas speziell, u.a. in der Gegend rund um Myvatn. Vor allem das schwefelige Warmwasser riecht nach faulen Eiern. Dort sollte man schon vorher seinen Wasservorrat aufgestockt haben. In Restaurants wird grundsätzlich überall bestes Leitungswasser zum Trinken angeboten (kostenlos!) und beim Filterkaffee ist – ähnlich wie in den USA – meist free refill inbegriffen.

Äußerst gewöhnungsbedürftig die Öffnungszeiten von so manchem Kaffeehaus in Island...
Und Anfang September muss man schon froh sein, wenn man sie nicht nur noch auf Facebook besuchen kann... ;-)
Sind sie aber geöffnet, staunt man oft nicht schlecht über die Qualität des servierten Kaffees bzw. Cappuccinos!

Apropos Kaffee…
Kaffeehäuser sind bei uns immer wichtig! Denn die Tage im Frühsommer sind lang und wenn Isländer etwas können, dann ist es frischgemahlenen Illy hübsch dekoriert in die Tassen zu zaubern (für 4-5€). Dafür muss man gar nicht mal urige Kneipen aufsuchen, selbst das Lava Cafe, eine touristische Hochburg im großen neuen Einkaufskomplex in Vík í Mýrdal, serviert  ausgezeichneten, handgemachten Cappuccino! Leider haben aber einige Bäckereien (wahrscheinlich aufgrund von Zeitmanagement) die alten Espressomaschinen durch Kaffee-per-Knopfdruck ersetzt. Kein schöner Trend! :(

Ein typischer Kuchen für Island ist der Hjónabandssaela - übersetzt bedeutet das Hochzeitskuchen bzw. Eheglück und man bekommt in vielerorts in der Bäckerei.
Aber noch viel besser ist der Meringue Cake, der vereinzelt in Kaffeehäusern serviert wird. Einfach GÖTTLICH, aber nicht ganz billig (7-10€)!
Besonders gut schmeckte z.B. der Meringue-Kuchen und Kaffee im Restaurant Vid Voginn - bei sommerlichen Temperaturen am Hafen von Djúpivogur

Restaurants
Die übrigen Lokale brauchen wir persönlich in Island eigentlich gar nicht… Am ehesten noch für eine Fischsuppe ab und an (12-16€ mit Brot) oder wenn das Wetter einem keine andere Wahl lässt. Um die Burger und Hot Dogs, die an den N1-Tankstellen angeboten werden, machen wir seit Jahren einen großen Bogen (sie schmecken uns einfach nicht und billig ist auch etwas anderes…).
Etliche Restaurants sind zwar richtig urig und gemütlich, aber das Essen ist im Allgemeinen vor allem eines: teuer! Und da  bei uns zu Hause so gut wie nie Nudeln auf den Tisch kommen, sind in Island bei uns Spaghettis aus der Guesthouse-Küche immer sehr angesagt. Dasselbe gilt für Packerlsuppen aller Art… Denn selbst wenn wir essen gehen wollen würden, klappt es meist nicht. Die Restaurants haben noch zu, wenn wir in der Früh ins Hochland aufbrechen, und abends bei unserer Rückkehr schon wieder geschlossen. Aber ich schweife etwas ab… ;)

Den Handmade Cup of Coffee im Kaffeehaus lernt man in Island schnell zu schätzen. Die Tage im Frühsommer sind ewig lang... ;-)
Einige Restaurants sind richtig urig und gemütlich, hier das Kaffihus Bakkabraedra in Dalvik mit gutem Kaffee, guter Fischsuppe und lustigen Unterhosen.
In allen Kneipen wird kostenlos Trinkwasser angeboten, oft sogar mit leichtem Zitronengeschmack.

Bei zwei Restaurants machen wir immer gerne eine Ausnahme: Das ist im Süden Islands die Gallery Pizza in Hvolsvöllur (sehr einfaches Lokal, aber mit göttlicher Jalapeno-Creme-Fraiche-Pizza, die bis zum nächsten Morgen sättigt… :D ) sowie das Systrakaffi in Kirkjubaejarklaustur (feiner Salat, guter Seesaibling und perfekter Kaffee!).
TIPP: In der Gallery Pizza zahlt man keine 12 Euro p.P. fürs all-you-can-eat Buffet (immer freitags außer an Feiertagen!). Ein echtes Schnäppchen für Island! Dann ist dort auch entsprechend viel los und uns hat das nie sehr angelacht, so dass wir uns bislang immer für die Take away-Variante entschieden haben.
Das Preisniveau lässt sich in Island übrigens nicht anhand der umliegenden Sehenswürdigkeiten abschätzen. Es gibt oft Überraschungen! So ist z.B. die Eatery mit Kantinenflair gleich neben dem Skogafoss relativ preiswert, ebenso das Buffet im großen Lava Volcano & Earthquake Centre in Hvolsvöllur (unter 20€ p.P.).

Essengehen ist teuer und die Portionen überschaubar. Sehr fein schmeckt vielerorts der Arctic Char (Seesaibling).
Deutlich preiswerter das Pizza-Buffet in Hvolsvöllur. Und man glaubt es kaum, aber die Isländer essen Pizza mit Marmelade, Mayonnaise und Pommes Frites... hilfe!
Ich mit meiner Take away 33€ Gallery Pizza

 

Autovermieter

Die günstigste Variante in Island Urlaub zu machen ist trampen und zelten. So sieht man nicht nur viele Studenten, sondern auch erstaunlich viele Leute aller Altersklassen am Straßenrand mit ihren Wunschziel-Schildern stehen. Island ist ein wahnsinnig sicheres Reiseland, daher ist Hitchhiking dort definitiv eine Option. Auch das regionale Bussystem ermöglicht eine Rundreise und sogar Ausflüge ins Hochland. Es geht unserer Meinung nach aber dennoch nichts über einen eigenen fahrbaren Untersatz, der einen schnell und zielsicher dorthin bringt, wo man gerne hin möchte.

Wenn man mehr Schlaglöcher als Piste vor sich hat...Die Tarife für Mietfahrzeuge in Island fallen z.T. in die Kategorie “astronomisch” – nicht nur verschleißbedingt (die Pisten im Landesinneren sind zum Teil recht heftig), sondern weil sämtliche Fahrzeuge erst per Schiff auf die 300.000-Einwohner-Insel transportiert werden müssen. Am preiswertesten ist die Pkw-Miete, davon möchten wir aber generell abraten, denn mit einem Pkw ist das Befahren von sog. F-Straßen im Hochland per Mietvertrag verboten. Es wird gemunkelt, dass man mittels GPS überwacht werden kann und die Strafen bei Zuwiderhandlung sich dann im 4-stelligen €-Bereich bewegen. Auch die Schlaglöcher auf den vielen Pisten ohne “F” sind damit kein Spaß. Mit einem Pkw ist man praktisch auf die Ringstraße beschränkt und verpasst so die allerschönsten Flecken auf der Insel – außer natürlich man bucht noch zusätzliche Ausflüge mit Hochland-Bussen. Eine andere sinnvolle und geldsparende Option wären zwei Mietautos: d.h., zuerst ca. 2 Wochen mit Pkw einmal rund um die Insel auf der Ringstraße und dann noch 1 Woche mit dem SUV ins Hochland.

Die Tarife der lokalen Vermieter liegen i.d.R. deutlich unter jenen der global agierenden Anbieter wie Hertz, Avis oder Europcar. Portale wie “Check24” oder “billiger-mietwagen.de” sind ganz gut für eine erste Orientierung, wer noch mehr Zeit in die Recherche investiert, findet im Netz mitunter noch günstigere Angebote. Es ist dann allerdings nicht nur eine Frage des Budgets, sondern auch wie wohl man sich in älteren Fahrzeugen fühlt, die häufig eine sechsstellige Kilometeranzahl am Tacho und bereits die ein oder andere Macke aufweisen. Bei hochpreisigen Vermietern wie Hertz z.B. sollte der SUV unter 40.000 km haben und gut in Schuss sein (bei der Übernahme aber trotzdem unbedingt ganz genau schauen, bei uns waren schon mal die Rücklichter kaputt!). Bei den preiswerteren Firmen kann man Glück haben… oder aber auch nicht… Sie übernehmen nicht selten die Autos der gehobeneren Vermieter, wenn diese ihren Fuhrpark “ausmisten”. Und dann passieren die lustigsten Geschichten:

Beim SUV von einem Freund von uns z.B. musste zuerst der lose gewordene Anhängerkupplungsanschluss mit Kabelbinder fixiert werden und dann hat das Ding auch noch in jeder Rechtskurve zum Hupen angefangen (auf Dauer vielleicht nicht ganz so spaßig… :D ). Er konnte auch das selber “reparieren”, in dem er das Lenkrad öffnete und irgendwo ein paar Taschentücher hineinstopfte. Auf die Idee muss man erst kommen…! :D
Und wir waren auch schon mal sehr kreativ, als bereits nach nur einem Tag die Scheibenwischer nicht funktionierten und auf Dauerbetrieb eingestellt blieben. Die musste der Beifahrer fortan während der Fahrt immer mit einem Gummiband arretieren (siehe Foto unten). Wie “gut” das bei all den Schlaglöchern gehalten hat, kann man sich ev. vorstellen… ;)
Ach ja und einmal, das darf ich hier auch nicht verschweigen, sind wir nur knapp einem Radverlust entgangen. Anhand der irren Geräusche, die eindeutig von den Vorderrädern unseres 116.000-km-SUVs verursacht wurden, fuhren wir auf dem kürzesten Weg in die Werkstatt. Der Mechaniker zeigte uns dann auch das Malheur und meinte besorgt, dass wir aufgrund des defekten Radlagers vielleicht nur 5 Minuten später das rechte Vorderrad verloren hätten. Wir möchten uns lieber nicht ausmalen, wenn so etwas im abgelegenen Hochland passiert wäre…

Nur wenn der Hebel sich genau in der Mitte der beiden normalen Positionen befand, stoppten die Scheibenwischer unseres steinalten SUVs den Dauerbetrieb...
Sobald man in Island ins entlegenere Hochland fahren möchte, muss die eine oder andere Furt durchquert werden.
Für tiefere Furten wie z.B. die Blafjallakvisl benötigt man gutes Wetter und einen Geländewagen mit sehr guter Wattiefe.

Und natürlich sind auch die Reifen ein ganz großes Thema in Island! Die werden auf dem scharfkantigen Lavageröll maximal strapaziert und je abgefahrener das Profil, desto wahrscheinlicher eine Reifenpanne. Wir hatten in Island leider schon ein paar Mal das “Vergnügen” egal bei welchem Vermieter… Auch die Windschutzscheibe kann bei rücksichtslosem Gegenverkehr leicht kaputt gehen. Uns ist das in den Ostfjorden auf einem kurzen Stück Ringstraße passiert, das noch unasphaltiert war. Manche Leute fahren leider echt wie eine  S A U! Zum Glück hatten wir eine Glasversicherung, die sollte man – wie auch die Reifenversicherung – IMMER abschließen! Und auf das Kleingedruckte achten, denn Ersatzreifen sind in Island sehr teuer und die Erstattung mitunter auf lächerliche 80-100 Euro begrenzt.

Wir wurden schon oft gefragt, welchen Vermieter wir bevorzugen.
Die Antwort lautet: meist unterschiedliche, jedenfalls immer den mit dem offensichtlich besten Preis-Leistungs-Paket. Vor allem der Fahrzeugtyp und das mit den Versicherungen muss passen. Nur auf “sand/ash insurance” kann unserer Meinung nach getrost verzichtet werden, vorausgesetzt man verfolgt die Wetternachrichten/-warnungen und meidet bei Sturm die größeren Sandflächen (in erster Linie an der Südküste zwischen Vik und Höfn!).

Zu den Vermietern, die wir im Laufe der letzten Jahre in Island getestet haben, zählen Hertz, Avis, Europcar, Alamo, Enterprise und Procar. Letzterer ist ein lokaler Anbieter und wir (sowie Freunde von uns) haben bislang nichts Negatives über ihn zu berichten. Man muss sich aber darauf einstellen, dass die Autos schon älter und die Reifen abgefahren sein können (das Radlager und der verrückt gewordene Scheibenwischer waren nicht bei Procar!). Aufgrund des überschaubaren Fuhrparks kann es außerdem vorkommen, dass der gebuchte SUV nicht da ist (wenn der Vormieter ihn geschrottet oder weniger pfleglich behandelt hat…). Uns auch schon mal passiert! Das könnte sich aber in naher Zukunft noch ändern, denn Procar ist am Expandieren. Auch so manch anderer Anbieter ist vergleichsweise klein in Island, selbst Alamo hatte schon mal keinen Mitsubishi Pajero oder Toyota Landcruiser für uns. Zu unserer großen Freude, denn dadurch kamen wir in den Genuss eines Land Rover Defender mit “Schnorchel” (mehr dazu in unserem Blog über die “Furten in Island“).

Beim Toyota Landcruiser (mit guter Wattiefe für die Furten) haben wir immer Ausschau nach Angeboten gehalten, die Preisunterschiede können enorm sein und mitunter zahlt man für denselben Wagen bei einer erneuten Suche zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich ungleich weniger. Zum Glück kann man bei den gängigen Portalen meist kostenlos stornieren und neu buchen.

Tanken ist auf Island etwas teurer als in Deutschland und deutlich teurer als in Österreich. Aber Tankstellen sind wichtige Anlaufpunkte, besonders vor Ausflügen ins Hochland. ;-)Eine ganz große Rolle spielt bei der Automiete auch die Reisezeit! Ich möchte hier niemanden nach Island schicken, wenn die Insel nicht schön grün und das Hochland nicht zugänglich ist (-> siehe hierzu unseren ausführlichen Blog zum Thema “Die beste Reisezeit für Island“), aber manchmal macht selbst eine Woche früher oder später einen gewaltigen Unterschied aus! So mussten wir dank unseres stornierten Iceland Air Fluges diesen Sommer die Reise um nur eine Woche nach hinten verschieben (mehr in den September hinein). Dadurch zahlten wir bei Procar (über check24) plötzlich 1.600 Euro weniger für unseren Toyota Landcruiser – eine absolut IRRE Differenz und das für exakt dieselbe Anzahl an Tagen und gleiche Versicherungen! Der Landcruiser mit Rundumsorglospaket kostete so “nur” 1.800 Euro für 18 Tage, dieselbe Summe haben Bekannte von uns für einen viel mieseren SUV, mit dem sich kaum ins Hochland fahren ließ, im August für nur 14 Tage gezahlt.

Im Spätsommer haben wir – mit etwas Sucherei und Umbucherei – für 2 Wochen nie mehr als 2.000 Euro für einen SUV mit guter Wattiefe gezahlt, im Juni/Juli muss man da meist mind. einen 1.000er noch drauflegen oder eben zum Suzuki Jimny oder Dacia Duster greifen. Letzteres geht aber nur, wenn man keine wilderen Strecken im Programm hat (siehe Kasten unten).

Fazit: Man kann in Island sehr viel Geld sparen, wenn man hinsichtlich Urlaub etwas flexibel ist und Zeit in Recherche investiert! Noch mehr spart so mancher übrigens, der sich die Mühe macht nicht gleich am Flughafen ein Fahrzeug zu übernehmen, sondern bei einem lokalen Anbieter in der Stadt. Reykjavík ist rund 50 km entfernt. Damit haben wir allerdings keine Erfahrung.

Selbst im Sommer kann es im Hochland zu vorübergehenden Wintereinbrüchen kommen, so z.B. bei unserem Besuch von Kerlingarfjöll Mitte Juli.
4WD und gute Autoreifen sind im Winter sehr von Vorteil - hier waren wir Anfang März auf der Ringstraße unterwegs...
Vor allem die Spikes auf den Reifen sind dann wichtig!

Wichtig noch während der kälteren Jahreszeit in Island. Dann sollte man unbedingt darauf achten, dass der Vermieter Fahrzeugreifen mit Spikes hat! Denn von Oktober bis März kann selbst die Ringstraße total vereist und ohne die Metallstifte im Gummi wirklich gefährlich sein. Wir hatten nicht nur einmal Mitte März noch Straßenabschnitte, auf denen man besser mit Schlittschuhen unterwegs gewesen wäre…

Abschließend hier noch zwei Link-Tipps:

 

Unterkünfte

Blick aus dem Zimmer im Hotel Laxá in Myvatn - im Sommer eher unbezahlbar, im Winter passt das Preis-Leistungs-Verhältnis dort schon eher.Im Vergleich zur Einwohnerzahl stehen in Island überproportional viele Unterkünfte aller Art – von der einfachen Wanderhütte über Jugendherbergen und Guesthouses mit Gemeinschaftbad bis hin zu schier unbezahlbaren Luxusresorts. In Summe gibt es aber den Sommer über zu wenig Betten, vor allem in den Touristenhochburgen wie Vík í Mýrdal an der Südküste, Myvatn im Nordosten oder rund um die Gletscherlagune Jökulsárlón. Dasselbe gilt für die zwei Orte am Anfang der Landmannalaugar-Zufahrten (F208): Hrauneyjar an der Straße #26 und rund um Kirkjubaejarklaustur. Wer um diese Gegenden “nachts” einen großen Bogen macht, spart meist sehr viel Geld.

Mit etwas Glück lässt sich auf Island auch ein richtig günstiges Zimmer mit Bad ergattern (“richtig günstig” = unter 100 Euro; Stand Spätsommer 2019), meist aber nur an Orten ohne besondere Sehenswürdigkeiten und wo die Bettenkapazitäten bzw. die Konkurrenz etwas größer ist. Dazu zählt u.a. die weitere Umgebung des Flughafens (z.B. Grindavík) sowie Selfoss, Hella und Hvolsvöllur. Die zwei Letztgenannten sind durchaus erwägenswerte Basisstationen für Ausflüge ins Hochland.

Als absolute Hochsaison gelten die Monate Juni, Juli und August. Wobei wir erst heuer wieder den Preissprung in der letzten Augustwoche miterlebt haben. Plötzlich sinkt mancher Zimmertarif um fast 30%! Aber leider nicht überall, da macht wahrscheinlich jeder, was er will und wann er will. Generell empfiehlt sich Direktkontakt mit den Unterkunftgebern! Vor allem bei kurzfristigen Buchungen, schaut man am besten zuerst z.B. mit booking.com, wo noch und zu welchem Preis Zimmer frei sind, und dann kontaktiert man die Quartiere persönlich. Eine E-Mail oder ein Anruf bringt oft erstaunliche Ersparnisse! Die Gastgeber müssen an booking.com mindestens 15% an Vermittlungsgebühren abtreten. Oft reichen sie daher genau diesen Betrag an den Kunden weiter oder – und das ist uns in Zeiten geringerer Auslastung nicht gerade selten passiert – sie erhöhen den Rabatt sogar auf 20-25%!

So werden plötzlich selbst die Standardzimmer im Hotel Laki in Kirkjubaejarklaustur bezahlbarer. Auch beim Lighthouse Inn in Garður musste ich gar nicht erst fragen, sondern bekam am Telefon sofort -25% angeboten. Dieses (neuere) Hotel können wir sowieso wärmstens empfehlen (siehe auch Liste unten). Anfang September 2019 zahlten wir dort für ein wirklich tolles großes Zimmer mit Blick auf den Leuchtturm und nach Norden (Polarlichter :x ) inkl. Frühstück nur €115. Ein sauberes eigenes Bad war da natürlich auch dabei. Das ist aber in Island alles andere als selbstverständlich. Die billigeren Quartiere (Jugendherbergen und etliche, aber nicht alle Guesthouses) verfügen nur über Gemeinschaftsbäder, deren Zustand je nach Unterkunftgeber (und Gästen…) zwischen tadellos und grauenhaft schwanken kann.

Im Winter ist eine gute Unterkunft in Island Gold wert, außer man möchte mit Mütze und Skijacke im Bett liegen. Wir haben in einem Guesthouse in Myvatn schon mal bitter gefroren und auf Snaefellsnes sollte tatsächlich dieses Mini-Ding für die Wärme in einer Ferienwohnung sorgen...!
In so manchem Hotelzimmer in Island wird Komfort (und alles andere) ganz groß geschrieben, hier passte nicht mal der Koffer hinein, aber dafür hat es auch nur 130€ gekostet... ;-)
Auch in Jugendherbergen kann man ein Doppel- oder Familienzimmer buchen.

Es empfiehlt sich übrigens bei den isländischen booking.com-Bewertungen ganz genau hinzuschauen (Fotos + Text durchlesen)! Üblicherweise ist ja alles mit einer “8” oder mehr einwandfrei, aber in Island ist es uns schon 2x passiert, dass Jugendherbergen bei booking nicht als solche gekennzeichnet waren. Eine davon an der Nordküste war mit einer “9,4” bewertet (als extrem schlichtes Zweibettzimmer in einem Hotel hätte es von uns bestenfalls eine “7” bekommen) und das “Reykjanes Guesthouse” in Grindavík mit einer “8,4” war derart grauslich, dass mir jetzt noch ein Schauer über den Rücken läuft!
Im Allgemeinen sind die Unterkünfte in Island aber sehr sauber und ordentlich! Da Baumaterial allerdings sehr teuer ist, sind die Zimmer mitunter extrem klein. Hin und wieder passt dann nicht mal mehr der Koffer neben das Bett!
An was man auch denken sollte -> AirBnB ist in Island weit verbreitet und durchwegs günstiger als ein Hotelzimmer!

Vielerorts vermietet werden in Island Cabins, kleinere oder größere Holzhütten.
Besonders gut (von innen!) haben uns die hübschen Nefsholt Cottages an der Straße #26 gefallen.
Überrascht hat uns auch die Inneneinrichtung im Hotel Selja unweit des Seljalandsfoss. Der Eigentümer hat sämtliches Mobiliar aus seiner Heimat Italien herbeigeschafft.

Das sind jetzt keine Spartipps, sondern eher eine Liste mit unseren Lieblingsunterkünften auf der Insel, in denen wir meist 100-200€ pro Nacht bezahlt haben (2013-2019):

  • Hotel Laxá in Myvatn – ganz klar an erster Stelle und im Winter bei Direktkontakt mitunter bezahlbar; die Sommertarife sind meist jenseits von Gut und Böse
  • Hotel Laki in Kirkjubaejarklaustur – nicht ganz so schön wie das Hotel in Myvatn, aber aufgrund des Frühstücks mit Blick auf den Vatnajökull muss es hier an 2. Stelle stehen; bester Ausgangspunkt für Touren in das Hochland östlich des Mýrdalsjökull und bezahlbar im Spätsommer bei Direktkontakt
  • Lighthouse Inn in Flughafen-Nähe – sehr neu, sehr modern, sehr ruhig, große schöne Zimmer gleich neben den zwei Leuchttürmen von Garður
  • Ein guter Tipp für die erste oder letzte Nacht auf der Insel ist auch das Ace Guesthouse in Keflavík (Gemeinschaftsbad aber tipptopp gepflegt). Ähnliches gilt dort für das Svitan Guesthouse sowie für das Rose Guesthouse. Diese drei sind je nach Auslastung auch für unter 100€ zu haben!
  • Fosshotel Hellnar in Hellnar – die Lage ist hier alles (die umliegende Küste ist wunderschön und den Blick darauf genießt man schon morgens beim Frühstück, das bislang auch immer sehr gut war)
  • Hotel Hallormsstadur an dem langgezogenen See südwestlich von Egilsstaðir (modern, schön und mit dem wahrscheinlich besten und vielfältigsten Frühstücksbuffet in ganz Island)
  • Borg Apartments in Hvolsvöllur – modern und feines Apartment mit 1-2 Schlafzimmern, dort sind wir immer wieder gerne; einfaches 24/7-Check-in per Code
  • Wir haben auch ein Faible für kleine Holzhütten. Die Cottages von Nefsholt an der #26 unweit der Ringstraße muss ich hier noch unbedingt hervorheben; mit Bad, Küche und Schlafzimmer. So wohl wie dort haben wir uns in einer Unterkunft selten gefühlt! Supersauber und herrlich ruhig!
  • Dasselbe gilt für die Cabins von Beindalsholt, die nicht weit davon entfernt auf der anderen Seite der #26 stehen. Ebenfalls sehr gut und bei Schönwetter mit tollem Blick auf die Hekla und sogar bis zu den Westmännerinseln. Dort sind allerdings Küche, Schlaf- und Wohnzimmer in nur einem Raum.
  • Nicht billig und leider mit Gemeinschaftsbad, aber wirklich sehr gepflegt: Skyrhúsid Guest House nur 12 km östlich der Jökulsárlon. In der Küche hatte die (ausgesprochen sympathische) Eigentümerin gerade Kuchen gebacken und man durfte naschen so viel man wollte. Dazu gab es noch guten Espresso-Kaffee, Milch, Tee, Skyr (fettarme isländische Jogurt), Orangen- und Apfelsaft – alles rund um die Uhr und kostenlos in der wirklich gemütlichen Gemeinschaftsküche.

Es ist erschreckend, wie sehr sich etliche Unterkünfte in Island im Lauf der letzten 10 Jahre geändert haben. Bestes Beispiel ist u.a. das Hali County Hotel bei der Gletscherlagune. Im Sommer 2009 konnte man dort für 60€ übernachten und die Gemeinschaftsküche nutzen. Diese gibt es schon längst nicht mehr und die (renovierten, guten) Zimmer kosten mittlerweile konstant einiges über 200€.

Jugendherbergen:
Deutlich preiswerter schläft man – vor allem als Einzelperson – in den Schlafsälen der Hostels. Jugendherbergen verfügen i.d.R. auch über Doppelzimmer, so dass wir etliche dieser Häuser kennen, darunter das HI Laugarvatn und HI Berunes (beide ganz ok), Ljósafossskóli (ok), HI Kopasker (auch ok, aber am a.d.W. und bei uns war nur Barzahlung erlaubt!) und das HI Ósar (wunderbar direkt neben dem “versteinerten Rhino” Hvítserkur gelegen; beim Spaghetti-Kochen haben wir dort im März 2013 unsere allerersten Polarlichter erlebt!). Hier noch eine Übersicht aller HI-Jugendherbergen in Island: www.hostel.is.

Landmannalaugar, da steht zweifelsohne die beliebteste Wanderhütte Islands
Abseits der ausgetretenen und ausgefahrenen Pfaden, die urige Alftavotn Hut.
Billig ist es in Wanderhütten allerdings nicht, dort zahlt man für die Übernachtung im Schlafsaal 47-65 Euro pro Person (Stand 2019).

Mountain Huts:
Verteilt im Hochland findet man allerlei Schutz- und Wanderhütten (Übersichtskarte). Etwas abschreckend fanden wir dort allerdings den Übernachtungspreis. Bei den Álftavötn-Seen an der F233 wollte man pro Liegeplatz stolze 47€ sehen, zu zweit im eigenen Schlafsack also 94€ im 24-Personen-Schnarchsaal! Die Hütten entlang des Laugavegur verlangen sogar 65€/Person! Das war uns bislang doch etwas zu viel des Guten – zumindest für diese Art von Unterbringung! ;)

Zelten/Carcampen:
Ein Zelt aufgeschlagen haben wir in Island noch nie, das ist einfach nicht unser Ding bei dem doch meist feuchten und stürmischen Wetter. Aber die eine oder andere Nacht im Auto zu verbringen gehört einfach zu einem Island-Urlaub dazu. Vor allem im Juni/Juli, wenn es nicht finster wird und man dann den gut 5-stündigen Sonnenuntergang und -aufgang fotografiert. :x
Um 4 Uhr in der Früh fährt normalerweise keiner mehr in ein Hotel, sondern macht es sich lieber im Kofferraum des SUVs so bequem wie nur möglich (-> Tipps zum Carcampen).
Wildes Campen war früher in Island erlaubt, die höheren Besucherzahlen der letzten Jahre haben dem aber leider ein Ende gesetzt. Mittlerweile wurde das Zelten/Carcampen größtenteils auf offizielle Plätze beschränkt (Übersichtskarte) und es ist nicht mehr leicht einen legalen Platz anderswo zu finden (nur mit Erlaubnis des Landeigentümers usw.).
Wichtig: Wer carcampt oder zeltet sollte sich stets ordentlich verhalten, d.h. öffentliche WCs aufsuchen und sowohl Natur wie auch Privatgrundstücke respektieren. Leider mussten Einheimische in den letzten Jahren vielerorts allerlei lustige und weniger lustige Verbotsschilder aufstellen…
Tipp: Duschen kann man u.a. auch in den Schwimmbädern (auf der Insel zahlreich vorhanden und Eintritt meist sehr preiswert).

Hier bei dieser Dusche in Myvatn haben Freunde von uns schon nach dem Carcampen gebadet - uns war es etwas zu frisch dafür... ;-)
Eines der vielen neuen Verbotsschilder in Island...

REISEKOSTEN:

Hier eine allgemeine Aussage zu treffen ist schwierig. Aber zu zweit muss man zur Hochsaison mit Flügen (ca. 2×300€), einem kleinen, ausreichend versicherten SUV (>1.000€), Tanken (bei +/-3000 km und 1,60€/Liter grob geschätzt +/-500€), möglichst billigen Doppelzimmern (14×115€) und selber Kochen mit Ausgaben von gut 4.000€ für 2 Wochen rechnen. Mit größeren SUVs (für abenteuerlichere Ausflüge ins Hochland -> Furten), längerem Aufenthalt in Touristenhochburgen wie Vík oder Myvatn und Essengehen ist man GANZ SCHNELL beim doppelten Betrag…! Und leider auch ohne dass man sich dabei irgendwelchen Luxus gönnt.
Billiger wird es, wenn man Anfang September unterwegs ist (das betrifft vor allem die Automiete und die Übernachtungspreise!) oder zur Hochsaison mehr in Jugendherbergen schläft, zeltet oder trampt.
Wie auch immer ihr unterwegs seid, wir wünschen euch bestes Wetter in Island, damit sich die Reise auch wirklich lohnt und ihr die wunderschöne Natur so richtig genießen könnt! Letztere ist mit nur ganz wenigen Ausnahmen (z.B. Stokksnes im Südosten) auf der ganzen Insel übrigens immer gratis zugänglich!

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