Peter Felix Schäfer – ein kleiner Nachruf

Ein kleines buntes Sandsteinherz für PeterViele von Euch werden ihn gekannt haben. Peter, der deutsche Michael Kelsey, der praktisch jede Ecke des Grand Staircase-Escalante National Monument (GSENM) erwandert und ein dickes Buch darüber geschrieben hat, als dieses wunderbare Naturschutzgebiet noch eher ein Geheimtipp und von der breiten Massen nahezu unentdeckt war. Wir möchten ihm jetzt dieses kleine Herz widmen (es ist zwar aus Spanien, aber immerhin aus Sandstein!) sowie ein paar Worte, die von ganzem Herzen kommen:

Wir werden Peter Felix Schäfer immer in Erinnerung behalten als einen lieben Freund. Als hochintelligenten Mann, der es beruflich als Chemiker sehr weit gebracht hatte und in dem aber auch noch immer ein kleiner Lausbub schlummerte, der mit einem breiten Grinsen jederzeit zu einem Scherz aufgelegt war. Seinen Humor hat er bis zuletzt nicht verloren. Und er wusste schon lang, worauf es wirklich ankommt: die kurze Lebenszeit versuchen maximal zu nutzen. Er war zuvor schon mit 58,5 Jahren frühzeitig aus dem stressigen Arbeitsleben ausgeschieden und genoss seine neu errungene Freiheit. Fortan bekamen wir Fotos von den Almhütten, in denen er auf seinen Wanderungen durch die Alpen einkehrte, oder von anderen wunderbaren Erlebnissen.

Peter und Dagmar unterwegs im Tschad im Ennedi-Gebiet bei dem wohl unglaublichsten Steinpilz auf ErdenMit seiner Frau Dagmar war Peter auch vorher schon ständig auf Reisen. Die vielen Bilder sowie die zwei Web-Domains canyonwandern.de und hike-wild.de sind mittlerweile leider offline, aber einige Berichte von ihm findet ihr noch auf Steffens Seite. Er hatte dort als Gastbeitrag u.a. den Volcano im GSENM geschrieben sowie seinen legendären Appell “Don’t die out there“.
Aber es drehte sich bei weitem nicht alles nur um die USA, auf dem gesamten Globus waren die entlegensten Winkel nicht sicher vor den zwei Weltenbummlern. Dazu zählten auch heute noch kaum besuchte Gebiete wie der Cuquenan Tepui Tafelberg in Venezuela mit irre fragilen Steinformationen. Der Natural Arch and Bridge Society (NABS) hat Peter immer wieder fleißig neue Felsbögen gemeldet. Auf deren Portal hat er u.a. einen Bericht auf Englisch zum Thema “Arch Hunting in Chad” veröffentlicht. Der Steinpilz (Foto rechts oben) steht in der Sahara, in der nicht gerade ungefährlichen Ennedi-Region im Tschad.

Abenteuer bestimmte sein Leben, bis bei ihm im November 2020 plötzlich wie aus dem Nichts eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde. Wenige Tage zuvor war er gerade erst 62 geworden. Anfangs gab es noch Hoffnung, denn Peter war sehr sportlich und in einer ausgesprochen guten körperlichen Verfassung. Und dennoch konnte ihm gestern – knapp 5,5 Monaten später – keine Medizin der Welt mehr helfen.

Peter wie wir ihn in Erinnerung behalten werden - hier im Februar 2020 mit Steffen im Weinkeller, als die Welt noch in Ordnung war. Peter und seine Frau hatten noch so viele Wünsche und Reisepläne für die all die kommenden Jahre. So sollte es u.a. im Rafting-Schlauchboot abermals durch den Grand Canyon gehen. Und auch die Polarlichter wollte Peter noch unbedingt mal selber erleben. Es tut uns so leid, dass dies alles nun nicht mehr möglich ist.
Und ich glaube, ich spreche für ihn, wenn ich jetzt abschließend sage:
Nützt jeden Augenblick, den ihr auf dieser Erde verweilen dürft! Nützt ihn um möglichst viel Zeit mit euren Liebsten zu verbringen und um all das zu tun, was euch am meisten Spaß und Freude bereitet. Ärgert euch möglichst wenig über Dinge, die man ohnehin nicht ändern kann. Und verschwendet diese kostbare Zeit vor allem nicht nur mit Karrieremachen und Dauerstress. Denn egal wie viel Geld man dabei scheffeln mag, keiner wird sich damit Gesundheit (zurück)kaufen können…
Daher: Passt gut auf euch auf und bleibt gesund! %%-

Lieber Peter, wir werden dich schmerzlich vermissen!