Coyote Buttes North im Winter

Coyote Buttes North - The Wave im WinterEigentlich wollten Steffen und ich nicht so schnell wieder zur Wave. Aber es sollte wieder einmal alles anders kommen als geplant: Coyote Buttes North im WinterEin Wavebesuch der etwas anderen Art!

Nach einer etwas unruhigen Nacht ging es heute früh zunächst kurz in den Snow Canyon S.P. Wenn Heiko schon so schwärmt vom “Butch Cassidy and Sundance Kid” Pool, muss ich mir das doch mal persönlich anschauen gehen! ;)
Als wir dann im Anschluss auf dem Hwy. 59 in Richtung Osten fuhren, die Sonne vom Himmel strahlte und die ganze Umgebung herrlich angezuckert war, schauten wir uns nur kurz an und wussten beide augenblicklich wohin uns ein kleiner Abstecher in Kanab führen würde: Ob es wohl für heute noch Wave permits gibt?
Es war ein Spontanentschluss und nur wenig später hielten wir sie auch schon in Händen. In den Wintermonaten soll es laut Aussage der Rangerin generell sehr leicht sein, permits zu bekommen. Kritisch sind zwischen Mitte November und Februar nur die großen Feiertage (Weihnachten, Neujahr und Martin Luther King Day). Ansonsten gibt es zu dieser Jahreszeit keine allmorgendlichen Lotterien. Schlimm hört sich der neue Teilnehmerrekord in den Frühlings- oder Herbstmonaten an: Er soll derzeit bei ca. 80 liegen.
Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Uhrzeit äußerte die Rangerin Bedenken. Als ich dann aber meinte, dass das kein Problem sein sollte, weil wir schon mehrmals vor Ort waren, wollte sie wissen wie oft. Angesichts der von Steffen genannten Zahl, musste sie schmunzeln und ließ uns von dannen ziehen. Wir hatten es nun wirklich schon eilig. Um 12 Uhr holt man sich im Normalfall keine permits mehr ab! :(

Steffen am Wire Pass Trailhead

Auf dem Weg zur Wave

Noch immer auf dem Weg zur Wave...

Die House Rock Valley Road befand sich in einem recht miserablen Zustand heute, zwar nicht beim berüchtigten wash sondern an allen Stellen, wo die Sonne hinschien und die Schneedecke langsam zum Schmelzen brachte. Wäre in Kanab letztere so dick gewesen, hätten wir kaum nach permits gefragt. Aber nun waren wir schon mal hier am Wire Pass Trailhead und machten uns auf den Weg.

Ein kurzer Blick zurück

Ein Blick zur Seite - die North Teepees

Fast am Ziel - nur noch eine letzte "Schnee"düne :-)

Nur äußerst mühsam ging es diesmal voran, so lange haben wir noch nie bis zur Wave gebraucht. Zum einen quälte mich noch eine lästige Muskelzerrung und dann war der Untergrund teilweise sehr glatt. Am Hinweg begegnete uns schon eine Frau, die unverrichteter Dinge wieder von ihrem Wave-Ausflug zurück kam. Die eisüberzogenen Felsen im Schatten waren ihr zu rutschig. Mir eigentlich auch, zumindest unter diesen Umständen. Eine ruckartige Bewegung und mein Iliopsoas hätte noch mehr weh getan. Die 4 km bis zur Wave habe ich geschafft, nur das letzte Stück nach hinten zur Second Wave war dann nicht mehr drin. Auf den eisigen Flächen rund um den Hamburger musste ich kapitulieren. Steffen war von der Second Wave unter der Schneehaube aber auch nicht gerade angetan. Ebenso wie bei der Wave fehlen dann die ganzen feinen Strukturen, die diese Gegend so einzigartig machen. Aber das Licht war heute recht schön und irgendwie gefiel uns das Potpourri aus rotem Stein und weißem Schnee ausgesprochen gut. Trotzdem war es mehr fürs Auge als für die Linse. ;)

Hamburger on the rocks

Blick auf die Brainrocks

Ein einsamer Coyote

Auch wenn es nicht sehr viele waren, aber ein paar Erinnerungsbilder haben wir natürlich gemacht – Steffen die Landschaftsaufnahmen und ich heute eher die reinen Dokufotos. Nur einmal, da kam sogar meine lange Linse zum Vorschein. Einer der Namensgeber des Gebiets lief uns (beinahe lautlos) über den zugeschneiten Weg: ein Coyote! Für kurze Zeit vergaß ich mein Kreuz und strahlte wieder über das ganze Gesicht! :)

An den Südseiten nur wenig Schnee

Am Nordeingang der Wave

Man(n) musste posieren... :-)

Mittlerweile war aber das passiert, was ich am Hinweg krampfhaft versucht habe zu vermeiden: Mich hat es auf den Allerwertesten gesetzt, ich bin im Tiefschnee versunken und das Stechen wurde immer unerträglicher. Eine Schmerztablette befand sich in weiser Voraussicht im Rucksack, aber die Lust auf weitere Unternehmungen war an ihrem Tiefpunkt angelangt.
So langsam und vorsichtig wie ich mich jetzt bewegt habe, erreichten wir das Auto am Wire Pass Trailhead auch dieses Mal wieder erst in der Dunkelheit. Dort hatte jemand zuvor im Schnee eine Nachricht hinterlassen. Nur allzu gut konnte ich diese Freude nachvollziehen! :)

Ganz erfroren, der kleine Mosquito

Überlebt ;-)

Man(n) ist wieder am Trailhead

Das kleine Abenteuer war aber auch jetzt noch nicht zu Ende. Der Schnee auf der House Rock Valley Road hat in den Nachmittagsstunden noch weiter getaut und der lehmige Untergrund war trotz Kälte noch nicht gefroren. Ein rutschiges “Vergnügen” und nicht gerade ungefährlich. Wie der PKW, der mittags noch am Wire Pass stand, es wieder problemlos zurück auf den Hwy. 89 geschafft hat, das bleibt uns ein Rätsel… :-/
Aber Ende gut, alles gut. Am Abend “warteten” auf uns noch eine Flaming Fiesta und einige Margaritas beim Mexikaner und dann sanken wir glücklich und zufrieden in unsere Kissen nebenan im American Best Value Inn (ps: es gibt bessere Motels in Page, aber kein besseres Lokal als die “Fiesta Mexicana“! :stern: ).

Fazit: So schlecht wie es jetzt klingen mag, ist es im Winter bei der Wave nicht – ganz im Gegenteil! Erstens ist die Permitbeschaffung ein Kinderspiel und zweitens ist die gesamte Region nur selten so zugeschneit wie bei unserem Besuch. Eine Woche vorher herrschten dort noch Top-Bedingungen und auch die Wave war noch praktisch schneefrei. Dieser Winter war generell ein besonders strenger und wir hatten außerdem das Pech, dass es genau drei Tage vorher hier den ärgsten Schneesturm gegeben hat. Bilder und ein Video davon habe ich später im Netz gefunden. Wenn man das bloß immer vorher schon wüsste… ;)

Fazit Nr. 2: Mit einer schlimmen Muskelzerrung unternimmt man keine längeren Wanderungen! :-@

Fazit Nr. 3: Wave im Winter? Wir kommen sicher nochmal wieder! :)

Weitere Bilder aus den Coyote Buttes North gibt es in unserem
Coyote Buttes North Portfolio und Coyote Buttes North Fotoalbum.