Death Valley – closed!

Blick vom Zabriskie Point hinunter ins Death ValleySämtliche Straßen in und durchs Death Valley sind seit den heftigen Unwettern am gestrigen Tag unpassierbar und mussten bis auf Weiteres gesperrt werden. Die Presse spricht von einem “Jahrtausend-Event”, innerhalb von nur drei Stunden prasselte gut 75% des gesamten Jahresniederschlags (3,71 von 4,9 cm) auf die ausgetrockneten Böden des Todestals und riss große Geröll- und Erdmassen mit sich. Betroffen von den Verwüstungen war vor allem das leicht erhöhte “Inn at Death Valley”, eine noblere Parkunterkunft an der Straßenkreuzung Hwy 190/178 unterhalb des Zabriskie Point. Dort wurden Aberdutzende von Autos unter einem Schlamm- und Schotterhaufen begraben (Video). Aber auch an vielen anderen Stellen im Park wurde die Asphaltdecke von den Straßen gerissen oder zumindest schwer beschädigt. Gut 500 Besucher blieben so im Haupttal eingesperrt und mussten evakuiert werden.

Ich habe allerdings nicht ohne Grund das fast schon inflationär verwendete Wort “Jahrtausend-Event” in Anführungszeichen geschrieben. Denn derartige Wetterkapriolen sind nicht nur weltweit, sondern auch in dieser Gegend inzwischen leider nichts Seltenes mehr. Strenggenommen kann man nicht einmal von einem “Jahrhundertereignis” sprechen. Man scheint den Rekordniederschlag vom 15. April 1988 mit 1,47 inches (3,73 cm) vergessen zu haben. Außerdem ist es gerade mal sieben Jahre her, dass Scotty’s Castle im Norden des Parks auf ähnliche Weise verwüstet wurden. Damals am 18. Oktober 2015 fiel im Umfeld des Grapevine Canyons der gesamte Jahresniederschlag innerhalb von 5 Stunden. Das Schlösschen und die nördliche Parkzufahrt sind seither unzugänglich, so lange dauern schon die Reparaturarbeiten (Infos). Ein Brand sorgte für weitere Verzögerungen. Im März 2022 hatte man aber angefangen dort geführte Touren im Außenbereich anzubieten, um Besuchern die verheerenden Auswirkungen von Sturzfluten (flash floods) zu zeigen. Diese sog. “Flood Recovery Tours” dürften nun auch (vorübergehend) wieder Geschichte sein.

Wann der Park seine Pforten für Touristen erneut öffnen kann, ist noch ungewiss. Am besten verfolgt man die offiziellen Meldungen unter www.nps.gov/deva/planyourvisit/conditions.htm.

Aber die Sommermonate sind ja eigentlich aufgrund der sengenden Hitze ohnehin keine empfehlenswerte Zeit für einen Besuch des Todestals. Auch nachts nicht … ;-)
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Death Valley – neuer Allzeit-Temperaturrekord