Die Playa de las Catedrales in Galizien

Die Playa de las Catedrales ist nicht nur einer der beeindruckensten Strände Galiziens sondern von ganz Nordspanien. Ihre zahlreichen Felsbögen sind allerdings nur bei guter (Minus-)Ebbe zugänglich.Nach dem Motto “Alle guten Dinge sind 3” lief bei uns schon einiges ab, so nun auch der Besuch dieses unglaublich beeindruckenden Strandes westlich von Ribadeo in Galizien. Die unermüdliche Brandung und gewaltigen Wellen des Golfs von Biskaya haben an der Playa de las Catedrales im Norden von Spanien auf einer Länge von 1,4 km ein wahres Naturwunder aus der Steilküste herauserodiert, darunter eine Reihe von aufeinander folgenden Felsbögen sowie einige fantastisch bunte Höhlen. Aufgrund der Nähe zu Portugal und des in dieser Region gesprochenem “Galego” ist sie vor Ort als “Praia das Catedrais” ausgewiesen.

Der Besuch dieses Strands hat es allerdings in sich. Bei unserem ersten Versuch im Mai 2015 staunten wir nicht schlecht, dass wir trotz recht ordentlicher Minusebbe (diesen Begriff gibt es eigentlich nicht, aber ich nenne das gern so) fast nicht hingekommen sind. Bei -0,9 m fanden wir ein riesiges Meerespool vor, das uns den Zugang zu den Felsbögen versperrte. Da die Brandung an dem Tag zum Glück recht friedlich war, ließen wir uns davon aber nicht abhalten. Gemeinsam mit ein paar anderen Verrückten ging es zunächst durch das gut 100 m breite Pool und dann stapften wir auch unter den Felsbögen im Wasser herum…
Gut dass wir wenigstens beide recht groß sind, vielen Spaniern stand das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes fast bis zum Hals, vor allem jenem der sich am Rückweg verirrte und in noch tiefere Bereiche “abtauchte”…

Na ja, gesehen hatten wir die Praia das Catedrais nun, aber die Aufnahmen fielen fast ausnahmslos in die Kategorie “kann man eigentlich gleich wieder löschen”… ;)
Ähnlich erging es uns dann beim zweiten Anlauf. Diesmal war nicht der Wasserstand das Problem sondern der Nebel. Strukturloser langweiliger Himmel und es dauerte nicht lange, bis die Suppe noch dicker wurde, so dass man durch den ersten Bogen kaum den nächsten sah, geschweige die dahinter. Am nächsten Morgen genau dasselbe wieder, nur dass es dann auch einen Massenauflauf gab. Es war Sonntag, der ganze Strand war rappelvoll und ein galizischer Dudelsack (Galicische Gaita) sorgte für musikalische Unterhaltung. Und was die Fotos betraf, die waren erneut eher für die Tonne…

Und selbst bei einem Wert von -0,9 m kann einem der Zugang verwehrt bleiben. An diesem Tag im Mai 2015 war zum Glück das Meer ganz ruhig, sonst hätte man niemals so durch die tieferen Pools gehen können.

Die kleineren Spanierinnen versanken aber fast am Rückweg, im Bereich mit den Felsbögen (im Hintergrund) stand das Wasser etwas weniger hoch.

Hier sieht man diesen heiklen Bereich von oben. Nur 1,5 Jahre später waren die ganzen Steine fast vollkommen unter einer Sandbank verschwunden, so dass es jetzt im Herbst diese ganzen tieferen Pools dazwischen gar nicht mehr gab.

Aber so leicht geben wir nicht auf und auch wenn wir u.a. aufgrund dieses Strandes über 2.300 km an der (nicht ansatzweise so langen) nordspanischen Küste hin- und hergefahren sind, hat es sich letztendlich gelohnt. Nach dem tagelangen Dauernebel waren nur wenige schöne Tage bis zum Eintreffen der Regenfront angesagt, wir hofften auf nette Wölkchen und die gab es dann letzten Dienstag auch! :x

Und was noch erstaunlicher war: Um 11:06 Uhr sollte der Tiefpunkt mit -1,5 m erreicht sein und unser Unterkunftgeber meinte am Vorabend noch zu uns, dass wir erst gegen 10:30 Uhr zu den Felsbögen kommen würden. Dem ist auch so in “normalen” Jahren. Aber diesen Herbst war nichts normal, weder der Dauernebel (den es angeblich NIE gibt) noch die Unmengen an Sand, die es hier bei der Playa de las Catedrales angespült hatte.

Nach einem schönen Sonnenaufgang um 8:06 Uhr vom Rim aus, bei dem die Wellen noch wild durch die Felsbögen schlugen, eilten wir nur wenig später schon die Treppen beim Strandcafé hinunter. Noch vor 9 Uhr stand ich fast trockenen Fußes (man muss die Wellen nur richtig “lesen”) ganz allein in der ersten Alkove, die Schutz vor größeren Wellen bietet (außer bei Flut natürlich). Und von dort bin ich dann weiter zu den restlichen Felsbögen (in Summe 5 oder 6, je nachdem was man alles mitzählt, und im Westteil des Strandes gibt es noch mind. zwei weitere!).

Bei den Felsbögen der Playa de las Catedrales hinterließ das langsam abrinnende Wasser herrlich glatte Spiegelflächen. Wieder ein Suchbild, hier haben wir uns gegenseitig fotografiert. ;-)
Die Felsbögen an der Praia das Catedrais und diese Wolkenspiegelungen waren einfach genial! Aber schwierig zu verewigen, weil die Klippen so extrem dunkel sind.

Leider hat sich das Wasser schneller zurückgezogen, als uns lieb war und schon bald lag die ganze Praia das Catedrais trocken. Mit dem Fotografieren konnten wir aber trotzdem nicht aufhören... ;-)

Es hatten wohl alle dieselbe Info bzgl. der Zugänglichkeit erhalten, denn vor 10:30 Uhr ließ sich gar niemand auf dem Strand blicken und als Steffen dann wieder in den bunten Höhlen verschwand, stand ich erneut ganz alleine da. Was für unglaublicher Platz, der Name “Kathedralen” passte recht gut zu diesen ganzen Bögen, höhlenartigen Durchgängen und vor allem auch zu dieser Alkove. Und dann noch die herrlichen Wölkchen am Himmel und am feuchten Sand! Faszinierend auch die Schichtungen in dem dunklen Gestein. Es handelt sich wohl um eine Art Schiefer (auf Spanisch “pizarra”).

Aufgrund der neuen Sandbank stimmten auch die allgemeinen Empfehlungen nicht, und so kam es dass wir nach Sonnenaufgang die Felsbögen und die Alkove der Praia das Catedrais ganz für uns alleine hatten. Hier links vom Bild ist eigentlich noch ein Felsloch, das sich aber leider nicht gut fotografieren ließ.

Und da drinnen ist die vorhergehende Aufnahme entstanden. Hier blickt Steffen gerade bei Flut in die Alcove hinunter.

Einen Abstecher wert ist auch der alleinstehende Felsbogen am Weg zu der Alkove der Playa de las Catedrales, aber auch den kann man vom Strand aus nur bei Niedrigwasser verewigen.

Als es dann langsam wieder zuzog, gab es bei mir einen “Cafe con leche” (Kaffee mit Milchschaum). Denn wer in Spanien einen Cappuccino bestellt, wird ein süßliches (!) Kaffeegetränk mit Kakao erhalten. Steffen blieb bis auf Weiteres in den Höhlen verschollen, wenn er ‘mal derart buntes Gestein sieht, bringt man ihn kaum mehr weg davon… :)

Als Steffen dann nach einiger Zeit doch noch antanzte, knurrte uns beiden schon der Magen. Und pünktlich zum Beginn des Mittagessens gab es kurz nach 11 Uhr (dann als wir eigentlich am Strand sein “sollten”) einen Thunfischsalat als Frühstück. Und gleich im Anschluss “Gambas con ajillo” & “con vino tinto de la casa” (schmeckt ganz fein im “O Lar de Carmiña” und die Flasche zum Essen kostet unglaubliche 3€!). Diesen Gasthof können wir im Übrigen auch zum Übernachten empfehlen (DZ 40€!). Durchaus OK und keine 5 Autominuten von der Playa de las Catedrales entfernt.
Für den Strand selbst gibt es natürlich auch eine klare Empfehlung und gleich fünf  :stern:  :stern:  :stern:  :stern:  :stern:

Solltet es Euch ‘mal in diese Ecke verschlagen, dann checkt aber unbedingt vorher die Gezeiten unter http://www.tides4fishing.com/es/lugo/ribadeo. Alles über -1 m kann bedeuten, dass Euch der Zutritt zu den Felsbögen verwehrt bleibt. Bei starker Brandung kann selbst dieses Niedrigwasser noch kritisch und gefährlich sein.
Die derzeitige Sandbank wird es sicher irgendwann bald wieder wegspülen und dann weiß man leider wirklich nicht, was einen dort erwartet.

Und last but not least noch ein “überlebenswichtiger Tipp” für jede Reise nach Nordspanien. Hier kann keiner, wirklich absolut keiner Englisch! Und zwar meistens sogar kein Wort. Das fängt schon im Café am Airport an. Bei der Autovermietung beherrscht man inzwischen die Sprache etwas besser und im Holiday Inn Express in Bilbao sogar recht gut, aber spätestens dann ist Schluss. Danach wird man bis zur Rückkehr nach Bilbao höchstwahrscheinlich kein englisches Wort mehr vernehmen…

Daher unbedingt vorher ein paar Brocken Spanisch lernen oder Wörterbuch mitnehmen.
Bei Apartments muss man die Besitzer z.B. öfters vorher anrufen, wer nichts reden kann, sollte das lieber meiden. Wir haben auf unseren 3 Trips nach Nordspanien keine Unterkunftgeber kennengelernt, die etwas anderes als Spanisch konnten! Auch jene die sehr gebildet aussahen und ein luxuriöses Schlösschen verwalteten… So manches Mal wundert man sich schon SEHR über die Schulbildung… Aber ich hatte in Portugal ja auch Französisch in der Schule, ev. liegt es daran…?

Auch die Essensbestellung könnte ohne Wörterbuch recht kompliziert werden. Übersetzte Karten sind absolute Mangelware und wenn, dann steht da eher Amüsantes als Verständliches drinnen:

Spanische Speisekarten sind herrlich, meistens gibt es sie nur in einer Sprache. Und falls wider Erwarten doch Google ran durfte, wird's lustig... Ein *Teil des brotes* gefällig oder doch lieber ein *geheiltes Fleisch* von Leon? ;-)

 Auch nicht zu verachten: die *Gefräßigkeiten mit knoblauch*... Oder wem das nicht zusagt, dann wenigstens ein *Rührei mit gefräßigkeiten*!? ;-)

Man könnte sich aber auch nur *verschiedene gebratene nahrung* bestellen? Wobei die Gambas al ajillo wirklich fantastisch geschmeckt haben, auch zum Frühstück mit einem Glaserl Wein! :-)))

Mit Französisch und Italienisch kommt man i.d.R. etwas weiter, mit Portugiesisch sogar ganz gut klar. Vor allem in Galizien, wo die schriftliche Sprache schon wie “Portugiesisch mit Schreibfehlern” aussieht.

In diesem Sinne wünschen wir Euch
Buen viaje & boa viaxe! ;)

 

Lage: in Galizien (Provinz im Nordwesten von Spanien), ca. 400 km westlich von Bilbao (Direktflüge ab Frankfurt)

Anfahrt: über die Autobahn A-8 (Autovía del Cantábrico), ausgeschildert als “Praia das Catedrais” ab der Ausfahrt #516; zwei Parkplätze, einer östlich und einer beim Café/Restaurant

Zugang: Direkt beim Café führen Treppen hinunter zum Strand, von dort sind es dann in Richtung Osten ca. 500 m bis zur großen Alkove und der Felsbogenreihe. Auf den zwei ersten Luftaufnahmen hier lässt sich das ganz gut erkennen. Bei Flut umspült das Meereswasser die Treppen und man kann den Strand gar nicht betreten, bei Ebbe herrschen ähnliche Bedingungen wie auf diesen Fotos. Erst bei extremen Niedrigwasser ist es beim schönsten Bereich des Strandes etwas trocken(er). Auch weiter im Westen gibt es noch eine zweite Treppe (siehe 3. Luftaufnahme) und ein paar tolle Höhlen.
Bei Flut kann man ausgehend vom Parkplatz nur dem Weg entlang der Klippen folgen mit Blick in die dann mit Wasser gefüllte Alkove und auf die Felsbögen von oben.

Quartiere gibt es in der näheren Umgebung an der Straße N-634, nur wenige Kilometer westlich in Barreiros (u.a. mit Meerblick) sowie im 10 km entfernten Ribadeo. In der Innenstadt hat man dort allerdings meist das Problem, dass man das Auto nicht unmittelbar beim Hotel abstellen kann, uns hat das weniger gefallen! Das oben im Text bereits erwähnte “Lar de Carmiña” ist zwar schlicht und einfach, aber durchaus OK für eine Nacht und liegt am günstigsten.