Big Sur – Hwy 1 bis auf Weiteres gesperrt

news-icon.jpgAufgrund eines Hangrutsches auf der Höhe des Rat Creek 15 Meilen südlich von Big Sur ist der Highway #1 seit 29.1.2021 bis auf Weiteres nicht mehr durchgängig befahrbar. Ein ähnliches Problem hatte bereits 2017 den Verkehr entlang dieser berühmten kalifornischen Küstenstraße über ein Jahr lang lahm gelegt (-> “Big Sur – Hwy #1 bis zum Jahresende gesperrt“). Vielleicht eine wichtige Info für alle die doch noch hoffen, im Sommer oder spätestens im Herbst mal wieder über den großen Teich zu kommen. Ich möchte da auch unbedingt optimistisch in die Zukunft blicken! ;)

Die Sperre betrifft diesmal einen langen Abschnitt, der von Nepenthe (4 mi südlich von Big Sur) fast hinunter bis zum Ragged Point reicht. Auch wenn der “atmospheric river” (toller Begriff für “Starkregen”!) der Auslöser war, so liegt die Ursache vor allem im Dolan Fire, das im Sommer/Herbst 2020 am Big Sur wütete und knapp 520 km² niederbrannte. Erst per 31. Dezember galt es offiziell als gelöscht. Was ich bis dato nicht wusste: Während eines Brands, entwickeln Bäume Gase, die in den Waldboden entweichen und sich dort dann allmählich zu einer wachsartigen Schicht verfestigen. Durch diese kann das Regenwasser nicht mehr durchsickern, auch die Vegetation hat praktisch keinen Halt mehr und es kommt in der Folge sehr leicht zu Hangrutschen. Diese Grafik illustriert das Geschehen ganz gut.

Die San Francisco Chronicle hat einige interessante Artikel zur Sperre des Highway 1 veröffentlicht: Link (vom 29.1 mit Karte), Link (vom 30.1 mit Video) und Link (mit guter Hintergrundinfo zu den Ursachen). Während der letzten Jahre ist die Zahl der Waldbrände mit apokalypischem Ausmaß im Westen der USA enorm gestiegen. Die im Jahr 2020 dadurch allein in Kalifornien zerstörte Fläche belief sich auf fast 17.000 km² (größer als das deutsche Bundesland Thüringen!). Das entspricht einer Verdoppelung gegenüber dem zuletzt 2018 aufgestellten traurigen Rekord. Auch landesweit kam es zu einem neuen Allzeit-Rekord. Abertausende haben dadurch ihre Häuser verloren und 43 sogar ihr Leben. Von den gesundheitlichen Folgen für große Teile der Bevölkerung durch die massive Luftverschmutzung ganz zu schweigen. Bilder wie dieses aufgenommen um die Mittagszeit in San Francisco am 9.9.2020 haben weltweit Aufsehen erregt. Mehr zu diesem Thema gibt es auf Deutsch u.a. hier im Blog unter “Waldbrände im Westen der USA” sowie bei der NZZ zu lesen, ein recht bedrückender Bericht.