Havasupai – die nur noch schwer und teuer zu erreichenden Wasserfälle…

Lang, lang ist es her, dass ich dort unten war bei den “Havasupai”, den “Leuten am grünblauen Wasser”, und in ihrer einzigartigen Schlucht im Westen des Grand Canyons. Als Bernhard und ich in der Dämmerung aufbrachen lag im März 1999 oben am Canyonrand beim Hualapai Hilltop Trailhead noch etwas Schnee, unten genossen wir dann angenehme Badetemperaturen und wir ärgerten uns schon vor Ort, dass wir nicht noch eine zusätzliche Übernachtung gebucht hatten. Das Zimmer in der (sehr einfachen) Lodge war OK, das Essen katastrophal, dafür der Flug mit dem Helikopter zurück zum Rim umso perfekter. Wir hatten ganz spontan einen Platz ergattert! :)
Eigentlich wollte ich auch mit Steffen da irgendwann mal zwei Nächte im Herbst hin, die neuen Sinterterrassen bei den Havasu Falls fotografieren, bei den wunderschönen Mooney Falls wieder die steile Travertinwand hinunterklettern und die restlichen Wasserfälle bis zum Colorado anschauen, für die beim ersten Besuch keine Zeit mehr blieb. Aber ob es jetzt je dazukommen wird, bin ich mir nicht mehr so sicher…

Vieles hat sich geändert seit meinem Besuch, zu viel…
Die Bilder von den idyllischen Wasserfällen, die zwischen hoch aufragenden roten Canyonwänden in sagenhaft blaue Pools stürzen, locken inzwischen derart viele Besucher aus aller Welt an, dass sich die Modalitäten während der letzten Jahre dramatisch verändert haben und die Preise explodiert sind. Allein der Eintritt in die Havasupai Indian Reservation hat sich in kurzer Zeit vervielfacht und ist von $35/Person (2016) auf $90/Person (2018) gestiegen!

Der Andrang ist trotz der Preise enorm und der Ausflug in den Havasu Canyon setzt mittlerweile eine sehr langfristige Planung voraus, weil Tagesausflüge nicht erlaubt sind und für die Nacht unten in Supai das Permit bzw. eine Reservierung vorliegen muss. Den Stichtag für die Vergabe der Hotelzimmer bzw. der Campingplätze darf man also auf keinen Fall verpassen:

  • Die Nacht in der einfachen Havasupai Lodge am Dorfrand kostet knapp $400 für 2 Personen und ist oft bereits im Juni für das Folgejahr reservierbar. Das geht – nach wie vor – nur per Tel: (928) 448-2111 (Info). Der Eintritt ist bei dieser (Un-)Summe schon dabei.
  • Die Campingplätze (350 Stück/Tag!) sind nach dem Freischalten des Kalenders zu Saisonbeginn i.d.R. nach wenigen Minuten für das gesamte Jahr ausgebucht.
    Kostenpunkt: $140,56/Person, bei zwei Nächten $171,12 und für maximal (!) 3 Nächte $201,67; alles inkl. Eintritt und Steuern.
    Fr+Sa+So und an Feiertagen zahlt man nochmal $18,34 Aufschlag pro Nacht.
    Aktuelle Infos zum Stichtag und Reservierung unter www.havasupaireservations.com.

Am 1. Februar 2018 (Stichtag für die gesamte Saison 2018!) klappte das mit dem Freischalten des Kalenders vorerst nicht so ganz, dafür waren die Plätze aber – kaum war der Kalender sichtbar – horrend schnell weg. Nicht ganz so wie beim Lake O’Hara oder bei den Coyote Buttes, aber wer 2019 in den Havasu Canyon will, sollte sich wirklich zum Stichtag den Wecker stellen oder jetzt am 1. Juni 2018 schon in der Lodge anrufen!
Wer noch nicht dort war und unbedingt hin möchte, für den ist a.s.a.p. wahrscheinlich keine schlechte Idee, denn so rasant wie sich die Dinge im Havasupai Indianerreservat derzeit ändern, wer weiß, wie es dann 2020 aussieht… Und vor allem wie tief man dann ins Portemonnaie greifen muss… :(

Was ich dabei besonders “scharf” finde: Die Campground-Reservierung ist non-refundable and non-transferable! D.h., bei Planänderung, Krankheit, Schlechtwetter etc. bleibt man auf den gesamten Kosten sitzen und kann die Permits nicht mal jemanden anderen schenken. Der Reisepass wird kontrolliert bei Ankunft in Supai.
Die Lodge-Zimmer dürfen (Stand: Februar 2018) ja wenigstens noch bis zu zwei Wochen vorher kostenlos storniert werden!

1999 haben wir übrigens zu zweit knapp $300 für den gesamten Trip INKL. Nacht in der Lodge und INKL. Hubschrauber(raus)flug gezahlt! Für damalige Verhältnisse auch kein “Schnäppchen”, aber noch durchaus OK.

Apropos… abschließend hier noch ein Tipp:
Auf dem Pferde-/Maultierrücken ($95/Person) oder im Helikopter ($85/Person) erspart man sich den anstrengenden Rückweg. Es sind ja doch immerhin 13 km und 800 Höhenmeter.
Die gute Nachricht: Die Heli-Flüge sind first-come, first-served und Airwest fliegt (angeblich) so lange bis alle Gäste, die mit wollen, oben am Rim sind bzw. bis es dunkel wird. Der Preis ist, glaube ich, seit nun fast 20 Jahren nahezu unverändert geblieben. Das ist schon erstaunlich! Die schlechte Nachricht: Airwest fliegt auch den Sommer über nur an bestimmten Wochentagen, derzeit nur So, Mo, Do und Fr (Stand Februar 2018; Info) und man wartet wohl manchmal wirklich endlos lange. Es passen ja immer nur wenige in den Hubschrauber und die Einheimischen haben dabei Vorrang. Der Pferde-/Maultiertrip muss übrigens im Voraus gebucht werden (Info)!

Eine aktuelle und übersichtliche Info-Seite zur Havasupai Indian Reservation hat der NPS.