Heute galt es möglichst viele Meilen hinter uns zu bringen auf dem Weg von Bishop hinüber zum Yellowstone National Park. Da die Strecke oben herum noch langweiliger erschien und der Fly Geyser nur noch im Rahmen geführter Touren zugänglich ist, entschieden wir uns einen kurzen Stopp bei der Cathedral Gorge einzulegen und zuvor den Aliens bei der Area 51 einen Besuch abzustatten. Ob die uns Braunfußindianer überhaupt willkommen heißen würden…?
Über den Hwy. 6 erreichten wir 44 Meilen nach Tonopah den Beginn des “außerirdischen Highways”. In Warm Springs (wieder einer dieser Ghost Towns die auf Straßenkarten wie normale Ortschaften eingetragen sind…) gibt es leider keines der netten Highway-Schilder. Müssen dann wohl mit dem Fotografieren bis morgen warten, wenn wir die außerirdische Strecke im Süden wieder verlassen.
Kein Mensch weit und breit, nur hier und da ein Pronghorn und eine Kuh, kein Wunder dass es hier laut einem Straßenschild “Cow Flying Aircrafts” gibt. 
Die Straßen im Zentrum Nevadas zählen zu den einsamsten Highways der Vereinigten Staaten und das merkte man auch hier deutlich. Seit über 50 Meilen ist uns kein Auto mehr entgegen gekommen, aus unserem Radio ertönt nur noch ein monotones Rauschen und wir steuern stetig gerade auf den Horizont zu. Immer wieder kleine, schlammige Wassertümpel beiderseits der Straße, die Wiesen sind fast unwirklich grün. Es scheint hier in der Wüste vor nicht allzu langer Zeit richtig gegossen zu haben. Ich habe es verschrien, nun kam uns das erste Auto entgegen. Mit einem Kajak am Dach… -> !??
Die Sonne ist schon zur Hälfte untergegangen und der Himmel verfärbt sich allmählich dunkelrot. Rachel, die einzige Ortschaft entlang des Extraterrestrial Highways, werden wir wohl leider nicht mehr bei Helligkeit erreichen. Ich frage mich langsam auch, wo die ominösen Zufahrten in die Area 51 sind. Bislang noch keine in Sicht! Und von UFOs oder E.T.s schon gar keine Rede…
Dass wir heute so spät vom Red Rock Canyon weg gekommen sind, kam mir jetzt irgendwie entgegen. Wir entschlossen uns beim UFO Selfparking unseren (gelegentlich fliegenden…) Nissan abzustellen und im Little A’Le’Inn zu übernachten. Earthlings welcome, do you have a reservation? Nein, aber 47 USD für Room #52 im Doppelbunker. Wie passend, gleich neben der unbewohnten “Area” 51, mit der wir das Badezimmer teilen dürfen!
Auf unserer Terrasse hielten wir eine zeitlang Ausschau nach den im Zimmer abgebildeten “flying saucers” und ich skypte noch mit Jerry: “No UFOs so far” und auch eine “abduction insurance” hatten wir nicht abgeschlossen. Stand uns eine gefährliche Nacht bevor?!?
Was uns so entlang der Strecke aufgefallen ist:
In Tonopah dasselbe Spielchen wie einen Tag zuvor in Big Pine: bei der Chevron am Ortseingang kostete das Benzin 3,29/Gallone und knapp 400 m weiter im Ort nur noch 2,77/Gallone. Ich kann mir nicht helfen, aber hier rechne ich den Unterschied beim Volltanken irgendwie doch in Cappuccino Venti um…
Das ist irgendwie abgefahren, was man den Touristen dort bietet. Dann grüße ich Euch nach vulkanischer Tradition: Lebe lang und in Frieden!
Und auch die schwierige Frage vieler Science-Fictions, ab wann eine Lebensform als intelligent angesehen werden kann, kann als gelöst gelten: Wenn sie hier durch die Spam-Protection kommt! 