Neues aus dem Südwesten der USA

USA Südwesten Reiseführer 2019Während der letzten Wochen und Monate ist wieder viel passiert, nur hier im Blog leider nicht … Einige von Euch haben sich deshalb sogar schon Sorgen gemacht. Zum Glück ist hier bei uns alles ok, wir waren einfach nur zu oft unterwegs (über den Jahreswechsel wieder im Südwesten der USA!), hinzu kommt das chronische Problem “zu viel Arbeit”. Aber ein Ende bzw. entspanntere Zeiten sind endlich in Sicht! Allerdings bald auch wieder eine neue SW-Tour … ;)
Ein Blog mit etlichen “Quick News” ist trotzdem schon lange überfällig. Drüben hat sich doch wieder sehr viel getan (Superbloom nicht nur in Kalifornien, neuer Star Wars-Themenpark in Disneyland, neue Slot Canyons bei Page usw.). Und an dieser Stelle auch noch ein Hinweis, für alle die gerade ihre nächste Tour planen: Der neue Reiseführer “USA Südwesten” ist seit heute in der 3. Auflage im Handel erhältlich (792 Seiten; Reise Know-How Verlag)!

Hier nun die “Quick News” aus dem US-Südwesten (die Liste ist ganz schön lang geworden…):

  • Der Winter 2018/2019 war überdurchschnittlich feucht. Im Februar hat auch die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) offiziell die Rückkehr von El Niño bestätigt, ein Klimaphänomen das das Wettergeschehen im Westen der USA maßgeblich beeinflusst. Die zahlreichen Regenfälle haben für eine Superbloom in Südkalifornien gesorgt. Die Fotos, die man so in den sozialen Netzwerken sieht, sind z.T echt unglaublich. Hier ein Luftbild vom Walker Canyon südöstlich von LA (das ganze Orange ist blühender Goldmohn!). Aber auch im Anza-Borrego Desert SP, im Carrizo Plain NM, bei den Kofa Mountains und rund um Phoenix leuchten die Poppies und andere Blümchen um die Wette. Wer also gerade drüben ist, sollte sich dieses doch eher seltene Naturschauspiel echt nicht entgehen lassen.
    Die “Downside” der vielen Niederschläge bekommen Besucher aber genauso zu spüren:

    • So waren diese Woche vorübergehend praktisch alle Straßen im Death Valley gesperrt, sogar die Verbindung vom Inn at Death Valley und dem Zabriskie Point oder Badwater. Und ich fürchte fast, die Salzkrusten bei Badwater, die diesen Winter herrlich weiß und schön waren, werden sich wieder aufgelöst haben oder ev. sogar wieder einem Kartoffelacker gleichen. Es sind auch jetzt noch immer etliche Straßen gesperrt und Scotty’s Castle, das 2015 so stark beschädigt wurde, wird wohl dieses Jahr doch nicht wieder seine Pforten öffnen (wurde auf 2020 verschoben).
       
    • Auch im Zion NP war ordentlich was los: Etliche Wanderwege sind geschlossen (u.a. der Observation Point Trail) und die Straße zwischen dem Zion Canyon und dem Osteingang ist für Wohnmobile bis auf Weiteres tabu (möglicherweise noch einige Monate!). Dort haben Unwetter Teile des Hwy #9 unterspült, so dass er an einer Stelle nur mit leichteren Vehikeln und einspurig befahrbar ist. Mit ordentlichen Verzögerungen müssen daher selbst Pkw/SUV-Fahrer rechnen, die vom Zion weiter zum Bryce Canyon NP möchten.
       
    • Die Nationalparkverwaltung hat auch schon angekündigt, dass die Einrichtungen und Straßen des Yosemite NP dieses Jahr wahrscheinlich besonders spät erst öffnen werden. Dies liegt an den großen Schneemassen und an den vielen umgestürzten Bäumen, die jede Menge Infrastrukturschäden verursacht haben (u.a. bei den Tent Cabins im Valley, bei Campingplätzen usw.). Man geht davon aus, dass weder die Glacier Point Road noch der Tioga Pass Road vor dem Memorial Day Ende Mai für den Verkehr freigegeben wird (-> übliche Öffnungszeiten). Wer also vorher dort unterwegs ist, muss leider deutlich mehr Zeit einplanen für die Überquerung der Sierra Nevada.

     

  • Gute Nachrichten gibt es aber für alle, die einen Urlaub im US-Nordwesten geplant haben. Dort sollte es dank El Niño, wenn man den Prognosen Glauben schenken darf, diesen Frühling besonders trocken und warm sein (in der Region wünscht man sich das ja auch meistens! :) ).
     
  • Autovermietung:
    Das habe ich noch nicht hier im Blog erwähnt, ist aber sicher für den ein oder anderen von Euch doch von Interesse. Bislang konnte man im US-Südwesten ja nur eine gewisse SUV-Kategorie mieten (Midsize, Standard, Fullsize usw.), das hat Sixt nun geändert: Das Unternehmen bietet mittlerweile in Las Vegas, Los Angeles und Denver einen 4×4 Jeep Wrangler an als garantiertes Modell bei Buchungsklasse JFAR. Allerdings hat er meist nur normale Straßenbereifung und in den AGBs von Sixt steht der kuriose Paragraph drinnen, dass man sich nur im US-Bundesstaat, in dem man das Fahrzeug gemietet hat, und in den daran angrenzenden bewegen darf. Ein Flug nach LA und Touren im GSENM oder bei Moab wären z.B. nicht kompatibel …
     
    Aus unserer Sicht weitaus interessanter sind die neuen Fahrzeuge von Best Time RV: Hier lässt sich Campingurlaub perfekt mit 4WD-Spaß kombinieren. In San Francisco, LA, Las Vegas oder Phoenix kann man einen Jeep Wrangler mit Trailer/Wohnwagen oder Jeep Explorer mit Dachzelt anmieten (-> Infos). Diese Jeeps sind wirklich geländetauglich, mit All-Terrain-Reifen ausgestattet und was das Beste ist: Man darf mit ihnen ganz offiziell unbefestigte Straßen befahren, ohne – wie bei anderen Vermietern – den Versicherungsschutz zu gefährden. Die Variante mit Dachzelt ist außerdem absolut perfekt fürs Carcampen und angesichts der teils recht ordentlichen Hoteltarife fast schon eine billige Urlaubsvariante (sofern man teure Campgrounds meidet und überwiegend auf staatlichen Plätzen steht oder “boondockt”).
     
  • Neuer Slot Canyon in Page, wobei “neu” ist er ja nicht, sondern nur neuerdings zugänglich -> Lucky Slot Canyon. Wir waren da vor vielen, vielen Jahren schon mal drinnen, aber wohl nicht weit genug (-> Second Slot). Damals galt das Backcountry Permit noch für den gesamten Water Holes Canyon, heute dürfen nicht mal mehr die unscheinbaren Narrows am Hwy #89 in Straßennähe auf eigene Faust besucht werden. Die zwei kleineren Felsbögen des Lucky Slot Canyon und die engere Passage machen neugierig, aber billig ist das Ganze nicht…
    Für den Horseshoe Bend Slot Canyon um die Mittagszeit (ehemals “Best Slot” des Water Holes aka “Secret Canyon”) würde ich auf jeden Fall das Geld ausgeben!
    Die Rückmeldungen, die es hinsichtlich der beiden Antelope Canyons gibt, werden immer schlimmer (nur noch Gedränge, Fotos ohne Leute selbst bei den teuren Fototouren kaum möglich usw.). Daher kann man nur froh sein über jede neue schöne Alternative. Vielleicht verteilen sich die Massen so etwas besser, kurzfristig zumindest …
     
  • Und wer es noch nicht mitbekommen hat: Im Kanarra Creek wurde eine Besucherobergrenze (max. 150/Tag) eingeführt. Über Engpässe ist mir noch nichts zu Ohren gekommen, aber ich fürchte, das könnte sich schon noch ändern. Wer einen Ausflug dorthin plant, lieber vorab Permits sichern (-> Info).
     
  • Interessant für den Besuch des Zion Canyon: In Springdale hat man neuerdings strenge Parkplatzregelungen. Tagsüber ist das Abstellen des Fahrzeugs (außer für Hotelgäste) problematischer geworden und nicht mehr überall erlaubt. Pkws $12-$20, Wohnmobile $24 pro Tag, $125 kostet das Falschparken -> alle Details. Leider nicht weiter verwunderlich, denn die Parkflächen beim Nationalpark-Besucherzentrum, wo alle in den Zion Canyon-Zwangsshuttle umsteigen, füllen sich meist schon früh morgens. Nach 9 Uhr sollte man dort von März bis Oktober möglichst nicht mehr erscheinen – die Kapazitäten reichen leider hinten und vorne nicht. Aber immerhin hat die Stadtverwaltung die Tarife wieder gesenkt, denn bei Einführung der Gebühren, wollte man für RVs noch $44/Tag kassieren.
     
  • Wichtige Info für alle, die zu den Redwoods des Muir Woods NM bei San Francisco möchten: Ein spontaner Besuch ist nicht mehr realisierbar. Der Parkplatz vor Ort (mit einer unflexiblen, fix ausgewählten Ankunftszeit) oder die Sitze im Shuttle-Bus ab Sausalito und Mill Valley müssen im Voraus reserviert werden (-> Info).
     
  • Die Modalitäten für das Übernachten in der Phantom Ranch im Grand Canyon nehmen langsam aber doch, etwas bizarre Züge an: Die Betten werden nun per Lotterie-Verfahren verteilt und zwar 14 (!) Monate im Voraus. Es sollte einem also jetzt im April 2019 schon einfallen, dass man im Juni 2020 dort übernachten möchte (-> Info). ;)
     
  • Der Ausflug mit dem Zelt in den Havasu Canyon kostet seit diesem Jahr mindestens $300-$375 pro Person. Das liegt daran, dass die Indianer einen Mindestaufenthalt von 3 Tagen eingeführt haben. Keine Frage, die Schlucht ist einzigartig, aber angesichts der Tarife fehlen mir langsam ein wenig die Worte …
    Sie werden vermutlich sogar noch weiter steigen, zumindest so lange der Andrang so groß ist und alle Zeltplätze für die Saison am Stichtag binnen Minuten ausgebucht sind.
     
  • Ähnliches muss ich leider auch zu den Disney Parks sagen, denn für Familien ist das doch ein ziemlich teurer Spaß geworden. Mit zwei Kinder älter als 10 Jahre und inkl. Parkplatzgebühr zahlt man aktuell $441-$621 für einen einzigen Tag in Disneyland oder California Adventure (zwischen den Parks zu “hoppen” kostet nochmal extra). Die tagesabhängigen Preise richten sich nach dem zu erwartenden Besucherandrang und sind an Wochenenden, Feiertagen usw. spürbar höher (daher diese Bandbreite). Anhand meiner Sammlung an unterschiedlichen Auflagen von “USA, der ganze Westen” kann ich auch wunderbar die Preisentwicklung der letzten Jahrzehnte nachvollziehen (Kosten pro Person für einen Disney-Tag): 1997 -> $35, 2001 -> $43, 2005 -> $53, 2008 -> $69, 2010 -> $72, 2013 -> $92, 2019 -> $104-$149. Zum Glück schreitet die “Inflation” anderorts nicht im selben Tempo voran … ;)
    Aber der “Mäusekonzern” wird bald noch mehr “Mäuse” scheffeln und noch mehr Besucher anlocken. Für den 31. Mai 2019 ist die Eröffnung eines neuen Themenbereichs in Disneyland angekündigt: Star Wars Galaxy’s Edge. Sicher extrem aufwendig bzw. detailgetreu gestaltet und unwiderstehlich für (sehr) viele! ;)
    Was man aber unbedingt wissen sollte: Bis zum 23. Juni 2019 kommt man dort ohne Vorabreservierung nicht hinein. Unbedingt beachten, wenn Ihr zu der Zeit einen Besuch plant (-> Infos)!
     
  • Es wird aber nicht alles teurer. Einen interessanten Artikel habe ich letzte Woche zum Thema “Parking & Resort Fees in Las Vegas” im Netz gefunden (-> Link; kann ich seltsamerweise nur am Handy komplett lesen, am Computer zeigt er mir nur den ersten Absatz des Beitrags an). Vielleicht rudert man dort doch wieder etwas zurück. Neuerdings berechnen einige Kasinohotels ihren Gästen keine Parkplatzgebühren mehr (z.B. das Cosmopolitan und Wynn), andere locken in der Saure-Gurken-Zeit mit “No resort fee”-Specials. Die Situation ist ja mittlerweile so grotesk, dass die Resort Fees (aktuell bis zu $50) mitunter höher sind als die reinen Kosten für das Zimmer. Also für Dienste, die wahrscheinlich Touristen in Las Vegas kaum oder gar nicht nutzen …
     
  • Wow Air strauchelt etwas – wie so viele Airlines derzeit – und hat leider die (einst recht preiswerten) Flüge an die US-Westküste wieder eingestellt. Aber nicht nur das, die Zukunft der Airline ist neuesten Meldungen zufolge sehr ungewiss. Wir haben uns daher auch noch nicht getraut, die diesjährigen Island-Flüge zu buchen …
     
  • Last but not least: Wer den Ort auf dem Cover der diesjährigen Auflage von “USA Südwesten” noch nicht kennt, er ist mittlerweile gut ausgeschildert und die Zufahrt wurde asphaltiert. Der kurze Spazierweg (wandern kann man ja das nicht nennen!) zum ehemaligen “Geheimplatz” der Bewohner von Sedona trägt nun den offiziellen Namen Secret Slickrock Trail und ist auch schön bei Google Maps eingezeichnet (Link). Alleine ist man mittlerweile nicht mehr dort, auch nicht im Winter, wie wir feststellen mussten. Wobei das Foto am Cover schon einige Jahre alt ist, denn dieses Mal haben wir die Red Rocks in Sedona mit Schnee erleben dürfen. :x
    PS: Steffen gewöhnt sich so langsam an seinen Model-Nebenjob… :D

 
Im Nordwesten freue ich mich besonders über diese Neuigkeit (wir sind ja hoffentlich nächstes Jahr wieder im Yellowstone NP! :) )

  • Der mächtigste Geysir der Welt ist wieder im Dauerbetrieb. Während der Steamboat Geyser in der Norris Geyser Basin vor 2018 immer nur sporadisch alle paar Jahre ausgebrochen ist, zeigt er nun alle paar Tage seine bis über 90 m hohen Wasserfontänen. Man hat also mittlerweile eine gewisse Chance bei einem Ausbruch live dabei zu sein. :)