Urlaub in den USA – die Grenzen öffnen wieder!

news-icon.jpgIch habe hier schon ewig keine Blogs mehr geschrieben (wir waren im Juni und August in Island und es gibt gleich eine Reihe von Projekten, die a.s.a.p. fertig werden müssen). Aber ich nutze mal die guten Nachrichten des heutigen Tages um mich wenigstens wieder mal kurz zu melden. Kanada hat den ersten Schritt getan und bereits am 7. September seine Grenzen für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Europäer geöffnet (zwei Freunde sind schon drüben, zwar galt es viele Formalitäten zu beachten, aber die Einreise verlief ganz unkompliziert). Nun scheint es auch in den USA endlich so weit zu sein: Nach einer gefühlten Ewigkeit (21 Monate Einreisestopp) sollen ab November 2021 wieder Europäer in das Land dürfen. Die genauen Modalitäten werden allerdings erst im Lauf der kommenden Wochen veröffentlicht. So wie es scheint, werden vermutlich auch AstraZeneca oder Kreuzimpfungen bei der Einreise anerkannt, auch wenn in den USA – anders als in Europa und Kanada – AstraZeneca nicht zugelassen wurde. Wir drücken jedenfalls allen die Daumen, denn das würde gleich einige Freunde und auch sicher viele von euch betreffen! %%- %%- %%-

Was war sonst so los im Westen der USA?
Viel, mancherorts sogar erstaunlich viel und das obwohl keine Asiaten und Europäer im Land waren! So zählte man allein im Juli 2021 im Yellowstone Nationalpark 1 Mio Besucher (Quelle). Staus und Parkplatzmangel sind die Konsequenz. Bei den angesagtesten Sehenswürdigkeiten und Wanderungen müssen daher immer mehr Einschränkungen eingeführt werden. Über diverse “Timed-Entry Tickets” (Zufahrt nur während eines gewissen Zeitfensters und nur mit einer Erlaubnis, um die man sich lange im Voraus bemühen muss) hatte ich bereits im Mai dieses Jahres berichtet -> Für den Besuch welcher Nationalparks benötigt man eine Reservierung?
So lange keine derartigen Beschränkungen im Arches NP eingeführt werden, kann man dessen Besuch guten Gewissens eigentlich nur noch außerhalb der Saison empfehlen (später Herbst bis März). Nicht selten musste der Nationalpark heuer aufgrund der doch recht eingeschränkten Parkmöglichkeiten seine Toren schon vor 9 Uhr morgens wieder schließen. Dies hatte auch Auswirkungen auf den sonst weniger besuchten Canyonlands Nationalpark, selbst dort bildeten sich dann Warteschlangen vor der Einfahrt. Besonders schlimm war und ist es immer rund um den Memorial Day (Ende Mai) und am Labor Day Wochenende (Anfang September), dann sind nahezu alle Parks von einem enormen Besucheraufkommen betroffen. Die Bereitschaft nur für einen Wochenendtrip enorme Distanzen zurückzulegen ist bei Amerikanern sehr groß, zumal ihnen – aus europäischer Sicht – nur sehr wenige Urlaubstage zur Verfügung stehen.
Apropos Feiertage, es gibt seit diesem Jahr einen neuen landesweiten “federal holiday”: Am 19. Juni, offiziell “Juneteenth National Independence Day”, wird nun des Endes der Sklaverei im Jahr 1865 gedacht.

In dem oben verlinkten Blog waren folgende geplante Änderungen des National Park Service und National Forest Service noch nicht erwähnt:

  • Der exponierte Trail hinauf nach Angels Landing im Zion Nationalpark wird ab 2022 voraussichtlich – ähnlich wie bei der Wave-Lotterie – nur noch nach erfolgreicher Teilnahme an einer Verlosung zugänglich sein. Der erste Abschnitt bis zum Scott Lookout soll weiterhin ohne Einschränkungen begehbar bleiben (Quelle).
  • Die Multnomah Falls, das Wahrzeichen der Columbia River Gorge an der Grenze der Bundesstaaten Oregon und Washington, können nur noch mit einem vorab im Internet erworbenen “Timed-Entry Ticket” besichtigt werden (Link). So wird u.a. gewährleistet, dass der vergleichsweise kleine Parkplatz nicht ständig hoffnungslos überfüllt ist.

Auch von den Navajos gibt es Neuigkeiten:

  • Der Besuch des Upper Antelope Canyon ist ja schon seit geraumer Zeit nur noch ohne Stativ möglich, nun wird er weiter beschränkt. Während man früher diese ca. 100 m lange einzigartige Sandsteinschlucht am Hin- und Rückweg bewundern durfte, geht es neuerdings nur noch one-way durch den Canyon und im Freien wieder zurück. In diesem Video wird die wenig spannende Route ganz gut gezeigt (zunächst weiter im sandigen Flussbett und dann mit Hilfe von Treppen und Gitterwegen über die Anhöhe zurück zum Ausgangspunkt):

    Lieben Dank für den Link, HaJo! :-)
    Zu den neuen Maßnahmen möchte ich mich lieber nicht weiter äußern, mein letzter Kommentar zu dieser an sich fantastischen Schlucht war ja schon nicht besonders positiv -> Antelope Canyon – Fotografen unerwünscht.

Aber zum Glück existieren im Westen der USA nach wie vor noch viele viele wunderschöne Ecken, die nicht ganz so hip sind und vorerst von den Menschenmassen und Instagram-Horden verschont bleiben! ;-)

Sehr aktuell sind leider auch die News aus Kalifornien: Erst letzte Woche mussten einige der mächtigsten Sequoia-Bäume zum Schutz vor den Feuerwalzen mit riesigen Aluminiumfolien eingehüllt werden, hier ein Foto des berühmten über 2.000 Jahre alten General Sherman Tree. Nahezu alle Straßen und Einrichtungen sind derzeit im Sequoia Nationalpark geschlossen, ähnlich im angrenzenden gleichnamigen Nationalforst sowie im Kings Canyon NP. Ausgelöst wurde das “KNP Complex Wildfire” durch einen Blitzschlag am 9. September.
Aufgrund der anhaltenden Dürre tobten dieses Jahr in Nordamerika wieder zahllose großflächige Waldbrände, darunter leider auch etliche mit dramatischen Folgen für die Bewohner. U.a. wurde das kanadische Lytton nahezu völlig ausradiert. Kurz vorher meldete diese Ortschaft einen neuen Allzeit-Hitzerekord (49,6°C).
In den USA zählte man bis zum 14. September unglaubliche 44.647 Waldbrände, die bis dahin über 22.000 km² vernichtet haben. Nur um das mal in Relation zu setzen: Diese Fläche ist größer als Hessen (21.115 km²) oder als das größte österreichische Bundesland (Niederösterreich mit 19.186 km²)!

Man kann nur hoffen, dass El Niño bald zurückkehrt und die Natur wieder mit ausreichend Wasser versorgt und vor allem auch die großen Reservoirs im Westen des Landes wieder etwas füllt. Die Turbinen am Oroville Damm in Nordkalifornien, einer der größten Staudämme weltweit, mussten im August erstmals seit der Inbetriebnahme im Jahr 1967 stillgelegt werden, auch am Lake Shasta wurde die Stromproduktion aufgrund des niedrigen Pegels drastisch gedrosselt.
Größtes Sorgenkind ist aber der Colorado River, der immer weniger Wasser führt und von dem die Versorgung von über 40 Mio Einwohner im Südwesten der USA und im Norden Mexikos abhängt. Mit dem Beginn des kommenden Jahres wird vor allem Arizona unter besonders strengen Wasserrestriktionen leiden. Wer sich näher für die sich immer mehr zuspitzende Knappheit interessiert und für die historisch bedingt etwas komplizierte Verteilung des kostbaren Colorado-Wassers, kann ich diesen sehr informativen und visuell top aufbereiteten CNN-Artikel empfehlen -> Link.

In etwa 40 Mio Menschen besuchen auch alljährlich Las Vegas, dessen Zukunft ebenso ganz eng an den Colorado gekoppelt ist (Trinkwasserversorgung und Stromgewinnung am nahegelegenen Hoover Damm). Auch wenn das Damoklesschwert schon seit geraumer Zeit über der Vergnügungsmetropole schwebt, investiert man weiterhin in neue und noch spektakulärere Projekte. So wird aktuell östlich des Venetian Resort die MSG Sphere errichtet mit 150 m Durchmesser und einem Multimedia-Raum der Superlative für knapp 18.000 Besucher. Von außen soll die Kugel nachts das große neue Highlight der Stadt werden und wie unser Heimatplanet aus dem Weltraum leuchten (Foto). Eröffnung voraussichtlich im Jahr 2023: