Die Fire Wave – eine neue “Welle” ganz ohne Permit

Fire Wave im Valley of Fire State ParkEs ist immer wieder schön, wenn es sie doch noch gibt: Bilder aus dem Südwesten, die einen so sehr fesseln, dass man einfach nicht anders kann als sich auf die Suche zu begeben. Letzten Herbst war es das Cover der offiziellen Nevada Tourismus Broschüre, das die Neugier in uns weckte (Link). Derart ausgeprägte weiße Streifen waren uns im Valley of Fire noch nie begegnet, aber anhand der Bergsilhouetten am Horizont hatten wir einen Verdacht, wo sich der “Zebra-Hügel” in etwa befinden könnte. Dass diese Location allerdings so leicht und schnell erreichbar sein würde, das hätte ich dennoch nie zu hoffen gewagt…

Wir fuhren den Scenic Drive entlang, stellten unser Auto an einer der wenigen Parkbuchten ab und nach nur wenigen Schritten querfeldein hatten wir den gestreiften Hügel schon im Visier. Unsere vage Vermutung, dass im Hintergrund der zweifarbige Sleeping Lizard zu sehen war, hatte sich bestätigt und in Natura sah der Hügel noch wesentlich besser aus und nicht so blass wie auf der Broschüre des Tourismusverbands. Der Sandstein war genauso feuerrot wie anderorts im Valley of Fire und was mich am meisten begeisterte: beim Blick durch das Weitwinkelobjektiv erinnerte mich das Ganze plötzlich an eine überdimensionale Welle. Steffen musste da natürlich (unter heftigem Protest :lala: ) sofort “Fotomodell” spielen…

Valley of Fire nach SonnenuntergangEr war gesundheitlich leider noch recht angeschlagen (Stichwort “Schweinchen“) und ging kurz darauf wieder zum Auto zurück. Ich wollte aber noch unbedingt den Sonnenuntergang bei der “Fire Wave” abwarten, denn die Wolken versprachen ein herrliches Nachglühen. Und so kam es dann auch, der Himmel verfärbte sich rosarot und die Sandsteinwelle zeigte sich nochmals von ihrer allerschönsten Seite, wobei mir jetzt der Blick nach hinten fast besser gefiel. Mittlerweile war es schon recht dunkel geworden und aus der Ferne ertönte plötzlich ein Megaphon. Ich hörte meinen Namen und mir schwante Böses…
In Windeseile lief ich den Hügel hinauf und sah, wie Steffen sich mit einem Parkranger unterhielt. Dieser machte sich bereits große Sorgen, ob ich denn eh “in good health and shape” sei und sie müssten einen Suchtrupp losschicken, wenn es nicht bald ein Lebenszeichen von mir geben würde. Der Scenic Drive ist daylight use only, aber es war ja immerhin noch “ein klein wenig” hell, ich entschuldigte mich 1000x höflich und ganz brav… O:-)

Dank der Sturmfront gab es wieder geniale Wolken nach Sonnenuntgergang bei der Fire Wave.Am zweiten Tag im Valley of Fire State Park begleitete uns Tony und wir mussten ihm am Nachmittag unbedingt die Welle zeigen. Erinnerungen an die Sand Cove Area in den Coyote Buttes wurden wach. Gemeinsam genossen wir den Sonnenuntergang und die Wolken spielten zum Glück an dem Tag erneut mit. Es geht nichts über eine Sturmfront! Sie hat uns zwar im Anschluss die Sanddünen im Death Valley vermiest, aber hier konnte sie einfach nicht viel perfekter sein. Unnötig zu erwähnen, dass es wieder spät wurde und dass wir dann den Hügel auch an diesem Abend hinauf rannten… allerdings zum Glück freiwillig und ohne Ranger oder Megaphon. Kaum waren wir ins Auto eingestiegen, kam er uns aber auch schon entgegen. Just in time;)

Für mich war diese überdimensionale steinerne Wave eines der Highlights unserer Herbsttour 2009 in den USA und das Bild mit Steffen ist mein neues Lieblingsmotiv aus dem Valley of Fire. Wie oft waren wir dort schon ahnungslos daran vorbeigefahren oder -gelaufen: sie liegt keine 400 Meter vom offiziellen Scenic Drive entfernt! Einmal mehr wird einem deutlich vor Augen geführt, welche wunderbaren unbekannten Fotomotive der Südwesten selbst noch in unmittelbarer Nähe von ausgesprochen populären Straßen zu bieten hat… to be continued! :)

USA, der ganze Westen von Hans R. GrundmannKurz nach unserer Rückkehr konnte ich nicht widerstehen und musste das Bild gleich in meine Personal Favorites hochladen. Einige haben es dann auch am 27. November 2009 als “Photo of the day” bei Earthshots oder in der Stern-Fotocommunity sowie auf Facebook entdeckt und meine Mailbox hat sich zusehends gefüllt. Den Bericht über die “Fire Wave” wollten wir eigentlich auch schon ein paar Monate früher veröffentlichen. Wir haben uns dann aber entschlossen noch ein Weilchen zu warten bis zur Ankündigung eines neuen Buches, das in wenigen Wochen komplett überarbeitet und stark erweitert in seiner 17. Auflage erscheint: “USA, der ganze Westen” von Hans-R. Grundmann, der Bestseller des Reise Know-How Verlags. Steffen durfte hier abermals “Coverboy” spielen, spaziert aber jetzt nicht mehr durch die Coyote Buttes Wave wie bei den letzten beiden Ausgaben, sondern “surft” auf der neuen Feuerwelle. :)

Lage: Die “Fire Wave” liegt im Valley of Fire State Park, Nevada, eine knappe Autostunde von der Glitzermetropole Las Vegas entfernt.

Valley of Fire Map

Anfahrt: Vom Besucherzentrum folgt man zunächst dem Scenic Drive und stellt das Auto in der letzten Parkbucht vor der White Domes Trailhead Area ab (parking #3). Von hier geht es nun zu Fuß auf der Straße ca. 300 m wieder zurück in Richtung Visitor Center. In der nächsten Kurve lässt man den Asphalt hinter sich und wandert nach links für ca. 150 m den sandigen Hügel hinunter, vorbei am Gibraltar Rock, einem großen, braunen Monolithen. Dann geht es einfach parallel zum Scenic Drive ungefähr 450 m weiter in Richtung Südsüdost, bis man schließlich bei der “Fire Wave” eintrifft (Distanz vom Parkplatz: knapp 900 m). Eventuell noch einfacher zu finden ist sie, wenn man der Straße in Richtung Besucherzentrum bis zum nächsten “dip” (ca. 1 km) folgt und dort dann den wash nach links (Osten) für weitere 500 m.

Update 09/2012: Achtung, neuer Trail zur “Fire Wave” seit dem Sommer! Vom Parkplatz #3 geht es gleich auf die gegenüberliegende Straßenseite und von dort folgt man einfach den Markierungen für 0,95 km. Der alte Weg wurde gesperrt, weil die Anzahl der Leute, die sich mittlerweile in der etwas unübersichtlichen Kurve des Scenic Drive tummelten, war leider bereits etwas gefährlich geworden. Die Parkleitung hat nun höchstoffiziell unseren Namen “Fire Wave” für diese Formation übernommen :) und auch eine große Infotafel zur “Fire Wave” am Beginn des Trails aufgestellt (mit Wegbeschreibung und Karte).

Update 8/2011: Inzwischen soll es bei der Fire Wave einen offiziellen Trailhead geben mitsamt guter Ausschilderung und Markierung!
Update 10/2010: Kein Jahr ist vergangen und schon gibt es einen gut sichtbaren Trampelpfad, der in der Kurve vom Scenic Drive in Richtung Wave abzweigt.

Vorsicht, wenn Ihr dort während der Sommermonate unterwegs seid. Die Hitze in der Mojave Wüste kann mörderisch sein und selbst der superkurze Weg bis zur Fire Wave fühlt sich dann endlos an. Unbedingt Sonnenschutz und etwas zu trinken mitnehmen! Während der kühleren Jahreszeit solltet Ihr ausreichend Zeit für das Feuertal einplanen; ein ganzer Nachmittag dort wäre das Mindestprogramm. Dieser kleine State Park ist ein wahres Juwel und kann mit so manchen Nationalpark konkurrieren. Es ist viel zu schön um hier nur durchzuhetzen und bloß die Hauptstraßen abzufahren, ohne selber ein wenig auf Erkundungstour zu gehen. Das gilt vor allem für die gesamte White Domes Area. Und vielleicht findet Ihr ja auch in unserem eGUIDE (siehe unten) noch weitere Anregungen! ;)

Das ist schon fast beinahe ein Suchfoto, aber auch ich musste mich kurz auf die Wave im Valley of Fire State Park stellen.Eintritt: Eine Wave ganz ohne Permit, das stimmt allerdings nur bedingt. Ein kleiner Obolus für den Besuch des State Parks muss schon entrichtet werden. Aber die $10 pro Tag und PKW zahlt man in Zeiten, wo gleich etliche US-Bundesstaaten mit drastischen Sparmaßnahmen und Schließungen von Naturschutzgebieten drohen, doch noch gerne. Trotzdem konnten wir nicht widerstehen und haben bislang auf den self-pay Kuverts immer den Wunsch nach einer Wochenkarte vermerkt.

Mehr Details zu den weiteren Sehenswürdigkeiten des Feuertals gibt es in unserem eGUIDE A closer LOOK at Valley of Fire:

Buy our eGUIDE “A closer LOOK at Valley of Fire - The essential guide for Landscape Photography

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