UNESCO-Biosphärenreservat – die Guttauer Teiche

Die Guttauer Teiche sind ein besonders schönes Gebiet inmitten des UNESCO Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und TeichlandschaftNördlich von der sächischen Stadt Bautzen erstreckt sich über 301 km² die größte zusammenhängende Teichlandschaft Mitteleuropas. In der 1996 als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesenen “Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft” steht das Miteinander von Mensch und Natur im Vordergrund und Bodennutzung mit Artenschutz im Einklang. Die Spree, Kleine Spree sowie zahlreiche andere Fließe sorgen für reichlich Feuchtigkeit und bildeten eine Art “Sumpfland” (=”Lausitz”, leicht abgewandelt von der sorbischen Bezeichnung für “feuchte Wiesen”). Die dort angelegten Fischteiche mit ihrem ausgeklügelten Grabensystem zur Be- bzw. Entwässerung gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Sie sind ein Paradies für Zug- und Wasservögel, aber nicht nur! Auch Naturliebhaber kommen dort voll auf ihre Kosten.

Der Pfarrteich gehört zu den größeren Guttauer Teichen, im dramatischen Abendlicht sieht es dort oft recht hübsch aus.Die insgesamt über 350 Gewässer innerhalb des Biosphärenreservats verteilen sich auf 39 Teichgruppen. Eine der schönsten bilden die Guttauer Teiche, rund 11 km nördlich der A4-Ausfahrt “Bautzen Ost” und von Dresden leicht unter einer Stunde Fahrt zu erreichen. Die 13 kleinen Teiche werden vom Naturerlebnispfad “Guttauer Teiche und Olbasee” erschloßen. Für Kinder und Jugendliche hat man an die 30 Stationen eingerichtet, die bei der Rundwanderung für etwas Abwechslung sorgen sollen. Dort darf man klettern, schauen, spielen und etwas erleben. Kurios finde ich die Beschreibung in der offiziellen Broschüre (siehe Link-Tipps unten), dass dieser “ungefähr 8,3 km“-Lehrpfad die Länge von einer “knappen Tageswanderung” hat. Natürlich kann man sich dort einen ganzen Tag lang aufhalten, aber ich schätze, dass die meisten Besucher eher nicht länger als 3-4 Stunden verweilen werden. Ausgenommen sind natürlich “Hardcore”-Ornithologen und Fotografen!

Auch wir waren immer nur 3-4 Stunden bei den Guttauer Teichen. Das erste Mal hat es uns vor 10 Jahren dorthin verschlagen im Zuge der Arbeiten für den DuMont-Bildatlas “Spreewald/Lausitz”. Damals waren wir begeistert von den vielen Tieren dort. Warum es dann 10 weitere Jahre dauern musste, bis wir erneut dieses Gebiet besucht haben, ist uns selber schleierhaft. Wahrscheinlich weil man nur allzu oft zu weit in die Ferne schweift und dabei das Naheliegende aus den Augen verliert? :-/

Haus der Tausende Teiche - das große Besucherzentrum des Biosphärenreservats steht in Wartha
Beim Besucherzentrum in Wartha startet der Naturlehrpfad durch das Gebiet der Guttauer Teiche, bis zum Aussichtsturm am Großteich ist er rollstuhltauglich.
Auch mit dem Rad lassen sich die Guttauer Teiche erkunden. Man muss sich nur bewusst sein, dass man die größten Chancen hat Tiere zu beobachten, wenn man sich möglichst ruhig und langsam bewegt. Oder beim Radln eben eine Pause einlegt. ;-)

Im Zuge der Reiseeinschränkungen durch Corona entdeckten wir – wie schon kürzlich im Blog über die Moritzburger Teiche angedeutet – unsere Leidenschaft fürs Vogelbeobachten. Oder besser gesagt, ich entdeckte sie wieder (mein Herz schlägt ja seit dem Florida-Besuch 2002 für diese Tiere). Und Steffen fand im Laufe der Lockdown-Wochen auch immer mehr Gefallen daran und ich staune nicht schlecht, wie gern er inzwischen durch den Ferngucker schaut und Vögel identifiziert. Wobei es keine mausgrauen “Spatzen” sein dürfen. Desto bunter (Eisvögel…) und desto größer (Seeadler…), umso interessanter!

Besuch der Guttauer Teiche

Ausgehend vom Besucherzentrum des Biosphärenreservats in Wartha, dem “Haus der Tausend Teiche” (Parkplatz: 51.273310, 14.579217), dringt man in die Welt der Dämme und Teiche von Norden her ein. Das ist unserer Meinung nach der beste Startpunkt beim Erstbesuch und vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Wer von dort losgeht, kann – mit etwas Glück – gleich zu Beginn im Wald bei der Brücke über das Alte Fließ die markanten schrillen Rufe der Eisvögel hören. An uns ist dort sogar einmal einer vorbeigeflogen. Wer sie nicht kennt, kann unmittelbar vorher ins Auwaldgewölbe eintauchen. Der kurze, ausgeschilderte Abstecher nach links führt zu einem Vogelstimmen-Audioquiz, wo auch der Eisvogel vertreten ist. Mit einer Handkurbel wird die Apparatur mit dem nötigen Strom versorgt. Alternativ finden man auch im Netz gute Hilfen wie z.B. diese -> Audiodatei.

Ende Mai blüht lilafarbener Wintermohn auf dem Feld gleich südlich des Besucherzentrums in Wartha. Heuer haben wir den Zeitpunkt leider verpasst, nächstes Jahr hoffentlich nicht... ;-)
Kaum geht es hinein in den Wald (ausgehend von Wartha) zweigt nach links der kurze Abstecher ins Auwaldgewölbe ab.
Dort wartet ein Vogelstimmen-Audioquiz

Vom Süden aus beginnt der Rundgang östlich der kleinen Ortschaft Guttau bei einem relativ unscheinbaren Parkplatz, den man leicht übersehen kann (51.257574, 14.567576). Auch dort sollte man entlang der Fließe seine Ohren spitzen. ;)

Wir starten unseren Besuch gerne von der Schulstraße, dem roten Punkt in der Karte oben, von wo es nur wenige Schritte bis ins Kerngebiet der Guttauer Teiche sind. Allerdings gibt es dort nur knapp eine Handvoll Abstellmöglichkeiten für Pkws (GPS: 51.266812, 14.567459). Das Erste, was man im Frühjahr entlang dieses Zugangs vernimmt, ist meist das dumpfe Dröhnen der Rohrdommeln. Ich liebe dieses Geräusch (kannte es schon aus der Lobau)! In natura klingt es aber um ein Vielfaches eindringlicher als hier in dem Video. Diese scheuen, extra gut getarnten Vögel leben im dichten Schilfgürtel des Altdubinteichs (linker Hand), wo auch nicht selten Rohrweihen und Rotmilane lautlos durch die Lüfte gleiten. Im nördlichen Bereich dieses Gewässers besetzen ganze Kolonien von Kormoranen die hohen Bäume. Diese sieht man allerdings am besten von der nächsten Parkbucht direkt an der Schulstraße.

Am südlichen Eingang zu den Guttauer Teichen
Für einen besseren Überblick stehen zwei Beobachtungstürme an den Guttauer Teichen.
Die Kletterstationen sind auch für große Kinder geeignet... ;-)
Der Großteich wird seinem Namen gerecht, er ist wirklich groß!
An den Guttauer Teichen lassen sich sehr viele unterschiedliche Vogelarten beobachten.
Und (nicht nur) für Kinder hat man einiges schön plastisch dargestellt, hier z.B. die unterschiedlichen Flügelspannweiten beim Beobachtungsturm am Großteich.

Im Pfarrteich (bald rechter Hand) tummeln sich gerne Nutrias, ebenso Höckerschwäne, Blässhühner, Silberreiher u.v.m. Was vielleicht nicht jeder weiß: Neben den Bibern (ihr großer platter Schwanz macht sie einzigartig) leben in den heimischen Gewässern auch Bisamratten (=Bisam, ursprünglich aus Nordamerika) und Biberratten (= Nutria oder Sumpfbiber, ursprünglich aus Südamerika). Wenn sie schwimmen bzw. von vorne gesehen, schauen sie sich relativ ähnlich. Hier ein guter Blog zu diesen Tieren und den Verwechslungsgefahren. Wir haben bei den Guttauer Teichen bereits mehrfach Nutrias beim Schwimmen beobachtet, ihr dünner Schwanz ragt dabei immer wieder aus dem Wasser. Auch Biber leben dort, wir haben sie bislang jedoch nur weiter westlich an der Spree gesehen.

Kreativ gestaltet wurde der Ausblick auf den Altdubinteich, der aber den Sommer über wegen der üppigen Vegetation stark eingeschränkt ist.
Schilder entlang des Naturlehrpfads erläutern, was es im Biosphärenreservat Oberlausitz so alles zu sehen gibt.
Hier z.B. passend zum Schild, ein Fischotter ;-)

Ebenfalls recht groß sind Fischotter, hier saß bei uns mal eine auf einem Baumstamm im Schilfteich. Der Hauptpfad etwas weiter östlich oder die “stille Strecke”, die vom Pfarrteich nach links in Richtung Wartha abzweigt, führt dorthin. Dabei passiert man den Goldteich (dort werden regelmäßig Eisvögel beobachtet) und den Schiedes Teich, wo die letzten Wochen über immer eine wilde Frühlingssymphonie ertönte. Was sich da alles aufplusterte und quakte, konnten wir nicht näher identifizieren. Bei den Guttauer Teichen soll es allerlei Reptilien dieser Art geben, darunter Laub-, Wasser- und Grasfrösche, Erd-, Wechsel- und Knoblauchkröten sowie Rotbauchunken (die sind hübsch, haben wir aber leider noch nie gesehen!).

Auch die Vögel im Schilfdickicht boten ein herrliches Konzert, aber diese ganzen Rohrsänger(knaben) auseinanderzuhalten ist für unsere unmusikalischen Ohren eher ein Ding der Unmöglichkeit. Es klappt eigentlich zuverlässig nur bei dem Drosselrohrsänger mit seinem markanten “Kaarä-kaarä”. Und auch bei so manch anderen Vogelarten versuchten wir unser Bestes und inzwischen funktioniert es zumindest beim Zilpzalp, Buchfink und bei Spechten. Und beim Kuckuck… B-)
Aber wir sind froh, wenn wir ihn nicht hören. Denn dieser legt seine Eier gern in die Nester der Rohrsänger. Sobald das (urhässliche…) Kuckucksbaby geschlüpft ist, schmeißt es einfach alle übrigen Eier “über Bord”. Und dann hockt nur noch ein einziges Riesenkücken in dem Nest, das von dem deutlich kleineren Rohrsänger gefüttert wird und kaum satt zu kriegen ist.

Ein optisch eher unscheinbarer Vogel, aber mit seinem Gesang hat er uns immer verzaubert. Die Drosselrohrsänger sind allgegenwärtig im Schilf, ebenso ihre nahen Verwandten die Sumpf-, Teich- und Schilfrohrsänger.
Herrlich das Geräasch wenn wieder mal einer der Höckerschwäne versucht seinen vergleichweise plumpen Körper in die Luft zu heben.
Der Höckerschwan ist für wahr keine seltene Vogelart, aber trotzdem ganz hübsch anzusehen.

Auf den Schilfteich folgt der Langteich, wo ein Brettersteg durch den Röhrichtgürtel weit in den See hinein führt und wo nach links der Weg zum Parkplatz und Besucherzentrum in Wartha (ca. 600 m) abzweigt. Mitte Mai beginnen am Rand der Seen und kleinen Wasserläufe hübsche gelbe Schwertlilien zu blühen. Hinter dem Langteich breitet sich der große Brösaer Teich aus, bei dem vor allem Flussseeschwalben und Kormorane zu sehen sind – mit etwas Glück auch Seeadler und Eisvögel. Die eleganten Flussseeschwalben nisten auf der extra für sie geschaffenen Plattform inmitten des Sees. Tipp: Wenn sie plötzlich als Schwarm aufgeregt herumfliegen, sollte man Ausschau halten nach größeren Greifvögeln am Himmel! Am Ostufer dieses Gewässers steht ein guter Beobachtungsturm, von dem der Blick auch weit über die Warthsche Wiesen gen Osten schweift. Anfang Juli 2020 hatte ein Haubentaucherpärchen sein Nest mit drei Eier direkt vor dem Turm errichtet (siehe Foto unten).

Die künstliche Brutinsel inmitten des Sees ist überlebenswichtig für die Flussseeschwalben, faszinierende Langstreckenzieher, die auf der südlichen Halbkugel an den Küsten Afrikas überwintern. Wer genau hinsieht, erkennt die schrägen Bleche, die Waschbären und Minke daran hindern sollen, auf die Plattform zu gelangen. Diese aus Nordamerika eingeschleppten und bei uns heimisch gewordenenen Räuber (sog. Neozoen) sind eine wahre Plage. Am nur wenig weiter östlich im Biosphärenreservat gelegenen Tauerwiesenteich mussten die Bleche sogar unter Storm gesetzt werden!

Vor allem im Gegenlicht mit Schwarzweiß-Spiegelung hatten es mir die Höckerschwäne angetan.
Bei diesen Lichtverhältnissen sticht der orangefarbene Schnabel der Höckerschwäne irgendwie ganz besonders hervor.
Herrlich auch die Lachmöwen, wie sie scheinbar über das Wasser spazieren.

Von dort sind wir meist wieder zurück ins Kerngebiet, um die Teiche weiter in Richtung Guttau zu erkunden. Wieder vorbei am Lang- und Schilfteich ging es zu dem zweiten Beobachtungsturm am Großteich (nomen est omen!). Schwäne, Haubentaucher, allerlei Entenarten sind dort im Frühling/Sommer immer anzutreffen. Ein kurzer Steg führt in den See hinein und auf der Seite des Turms sind die unterschiedlichen Flügelspannweiten der Vögel schön dargestellt. Bis zur Südwestecke des Großteichs bleibt es spannend (Ende des von uns eingezeichneten Pfades auf der Karte oben), danach verlaufen die restlichen 750 m bis zum Parkplatz in Guttau nur noch rund um den Dorfteich und durch ein kleines Wäldchen. Entlang des Fließes lassen sich hin und wieder Eisvögel beobachten oder zumindest hören.

Ebenso sehr zahlreich sind die Graugänse sowie ihre Jungen.
Lassen sich gern zwischen ihren Tauchgängen am Großteich blicken, die eleganten Haubentaucher.
Und Anfang Juli hatte ein Haubentaucher-Pärchen die Eier in ein Nest unmittelbar unterhalb des Beobachtungturms am Brösaer Teich gelegt. Eine Woche nach diesem Foto sind die Jungvögel geschlüpft.

Am Rückweg zum Ausgangspunkt an der Schulstraße gibt es garantiert wieder allerhand Neues zu sehen und zu hören. Wer nach diesen 5,5 km noch nicht genug hat, kann im Anschluss noch zum Olbasee oder zum Fledermausturm und der Alten Tongrube (auch ein Teich!) schauen, am besten aber ab den Parkplätzen in Wartha bzw. Guttau.

Bereits westlich der Verbindungsstraße zwischen Guttau und Wartha befindet sich der Meissner Teich, ein beliebter Rückzugsort für SilberreiherIn der näheren Umgebung bietet sich auch noch der Mießners Teich an (zu Fuß ab Altdubinteich oder Parkplatz 51.271394, 14.569182) mit meist zahlreichen Silberreihern sowie der Teich Roter Lug (Parkplatz: 51.284609, 14.550256, ca. 6 km ab der Schulstraße, zuerst nach Norden bis Geisslitz und dann nach Süden). Wer bei den Guttauer Teichen noch keine Kraniche gesehen hat, sollte spätestens dort welche beobachten können. Sie nisten im hinteren Bereich des Roten Lugteichs im Schilfgürtel, sind aber extrem scheu. Wer noch mehr Teiche besuchen möchte, findet 11 km östlich von Guttau beim Tauerwiesenteich einen tollen Aussichtstturm (dort haben wir schon zwei Seeadler gesehen!) und bei Zimpel eine Ansammlung recht idyllischer Gewässer (Greifvögel, Eisvögel u.v.m.).
Auch die Seenkette bei Pließkowitz (an der S109 am Rückweg zur Autobahn) bietet noch gute Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung, sie sind aber landschaftlich nicht so schön wie die Guttauer Teiche. Den Rundgang starten kann man dort u.a. bei einem alten Fabrikgelände (Parkplatz: 51.228913, 14.503461), wo es sich ein Storchenpaar auf einem Schornstein gemütlich gemacht hat.

TIPP: Nicht jede Jahreszeit ist gleich schön an den Guttauer Teichen. Am besten gefällt uns der Frühling, wenn das Schilf noch nicht so hoch gewachsen ist und man besonders viele Tiere sieht. Auch hört man dann am meisten, denn die Vögel singen zu der Zeit alle besonders viel und laut. Im Mai/Juni verstummt ihr Konzert allmählich und wird vom Surren der Mücken abgelöst. Es gibt ganze Heerscharen davon, allen voran in den Wäldern. Die Biester stechen auch tagsüber und an den Ufern der Teiche, außer es ist etwas windiger. Sehr empfehlenswert ist der Besuch dann wieder im Herbst, wenn sich pünktlich zum Abfischen reichlich Greifvögel und Reiher rund um die Teiche versammeln.

 

Greifvögel

Wo immer man unterwegs ist im UNESCO-Biosphärenreservat “Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft”, man sollte nicht vergessen auch öfter mal nach oben zu blicken. Die Greifvögel sind zahlreich, aber sie gleiten meist lautlos über einen hinweg. Turmfalken erkennt man leicht an ihrem Rüttelflug, sie “stehen” bei der Jagd regelrecht in der Luft um sich dann im Sturzflug ihre Beute zu schnappen. Anhand des typischen Farbmusters auf ihrer Flügelunterseite lernten wir auch Mäusebussarde im Flug sehr schnell zu identifizieren. Im Sitzen wird es schwieriger… zuerst dachte ich, dass alle so ein typisches “braunes Lätzchen” tragen, aber dem ist nicht so. Das meist braune Gefieder dieser Vögel kann erstaunlich unterschiedlich aussehen und auch ganz helle Tönungen annnehmen -> Link. Vor allem zwischen Oktober und April muss man aufpassen, sie nicht mit einem nahen Verwandten, dem Raufussbussard, zu verwechseln -> Link. Den Sommer über verweilt dieser in Skandinavien oder Ostsibirien.

Im Biosphärenreservat leben viele Kraniche, man sieht sie meist im Schilf oder im Flug.
Immer nur in der Luft haben wir die wunderschönen Rotmilane gesehen (Flügelspannweite bis zu 1,79 m!), meist drehen sie ihre Kreise weit oben am Himmel.
An ihren Flügelenden haben sie nur 5 Finger, die manchmal recht ähnlich aussehenden Schwarzmilanen hingegen 6.

Ganz leicht schon aus weiter Ferne auszumachen ist der ausgewachsene Rotmilan mit seinem gegabelten bzw. pfeilförmigen Schwanz und einer beachtlichen Flügelspannweite von bis zu 1,79 m. Er hat einen überwiegend rötlichen Körper und ein leicht bläulichen Kopf und zählt für uns zu den schönsten heimischen Greifvögeln. :x
Die Flügel des Rotmilans weisen 5 “Finger” an ihren Enden auf, die der einfarbigen dunkelbraunen Schwarzmilane haben hingegen 6 “Finger”. Außerdem ist diese Art etwas kleiner (Flügelspannweite bis 1,5 m) und ihr Schwanz nicht ganz so auffällig gegabelt. Da beide Arten sehr nah miteinander verwandt sind, beobachtet man gelegentlich sogar Hybriden (Nachkommen eines Rot- und Schwarzmilanpaares).
Fischadler sind ebenfalls sehr groß (Flügelspannweite bis zu 1,75 m) und mit ihrem weißen Kopf und ihrer markant weißen “Unterseite” ganz leicht von allen anderen Arten zu unterscheiden. Ähnliches gilt für die männlichen Rohrweihen, die wir öfters im auffällig tiefen Gleitflug knapp oberhalb der Felder oder des Schilfs beobachten durften. Sie haben auch eine überwiegend helle/weiße Unterseite, aber schwarze Flügelenden.
Unser persönliches Highlight waren aber noch andere “Könige der Lüfte”, die Seeadler! Im Erwachsenenalter sind sie leicht anhand ihrer Größe (Flügelspannweite bis zu 2,50 m) und ihres weißen Schwanzgefieders zu identifizieren. Wir haben im Biosphärenreservat schon etliche gesehen, u.a. zwei bei den Guttauer Teichen am Brösaer Teich. Sie halten sich bevorzugt an den großen Gewässer ganz im Osten von Sachsen auf, vor allem das Teichgebiet Niederspree ist ein guter Tipp. Insgesamt brüten aber nur ca. 100 Paare in ganz Sachsen (Stand: 2020).

Ein tolle Übersicht zur Unterscheidung der heimischen Greifvögel (-> PDF-file) sowie eine hilfreiche Seite dazu mit vielen Bildern (-> www.greifvogelhilfe.de).

Die Rohrweihe gleitet vergleichweise tief über das Schilf oder über die Felder.
Der Mäusebussard umgibt sich auffällig gern mit seinesgleichen. Oft sieht man gleich 4-5 von ihnen in der Luft. Sie sitzen aber auch auf Feldern oder Anhöhen.
Der Fischadler ist einer der größten Greifvögel in Sachsen, er ist meist von Mitte März bis Anfang Oktober hier und verbringt den Winter in Afrika.

 

Veranstaltungen im Unesco-Biosphärenreservat

Ausgehend vom Besucherzentrum in Wartha, dem “Haus der Tausend Teiche”, und anderen Ortschaften innerhalb des Biosphärenreservats “Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft” werden das ganze Jahr über naturkundliche Führungen und diverse andere Veranstaltungen angeboten. Einige davon haben wir bereits ins Auge gefasst, uns wird es also weiterhin in die Oberlausitz verschlagen. :)
Ende Juni waren wir dieses Jahr bei dem Ausflug in das Reich des Wiedehopfes mit Ranger Lorenz Richter dabei, die ausgesprochen interessant war, auch wenn wir die Tiere leider nur einmal kurz gesehen und sonst immer nur ihre unverkennbaren Pupupuh-Rufe gehört haben.
Im Herbst werden ausgehend von Mücka Pilzführungen angeboten. Die unter der Leitung von Bernhard Saß kann ich wärmstens empfehlen! Ebenfalls interessant war das “Natur- und Fischerfest” Ende September mit Fischzug, Naturmarkt und einer großen Pilzausstellung (inkl. Erläuterungen von den Rangern).

Jede Menge Silberreiher bei den Guttauer Teichen
Geführte Pilzsuche im Biosphärenreservat Oberlausitz - dieser war nur schön, nicht essbar! ;-)
Jeder Pilz wird genau analysiert von Bernhard Saß - und die Körbe waren am Ende der Pilzführung erstaunlich voll!
Anfang/Mitte September findet in der Oberlausitz immer das Herbstfest in Lohsa statt und Ende September das Natur- und Fischerfest in Rietschen.
Geboten wid dort u.a. eine große Pilzausstellung.
Sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man sich für Pilze interessiert: Ranger des Biosphärenreservats beantworten beim Herbstfest in Lohsa alle Fragen.

 

Extra Tipp: Wer nach dem vielen Herumgehen und Beobachten Hunger verspürt, beim Dorfplatz in Malschwitz versteckt sich nicht nur ein Storchenpaar sondern auch die Urgetreide-Landbäckerei Trittmacher, die u.a. herrliche Baiser-Rhababer-Kuchen und Apfel-Eierschecken im Angebot hat. Man kann aber auch schon auf der Hinfahrt zu den Guttauer Teichen “vorsorgen”… ;)